Seit 10 Jahren gibt es nun die Psychiatrische Tagesklinik in Bad Säckingen. Mehr als hundert Menschen werden dort mittlerweile jährlich behandelt. Damals war sie die erste Klinik ihrer Art in Baden-Württemberg.
Zehn Jahre Psychiatrische Tagesklinik in Bad Säckingen ein Ereignis, das am Samstag mit einem Festakt und einem Tag der Offenen Tür gefeiert wurde.Die Ärztliche Leiterin der Klinik, Andrea Temme, ließ vor zahlreichen Interessenten und Gründungsmitgliedern die vergangenen zehn Jahre seit Bestehen der Tagesklinik Revue passieren und dankte den vielen Mitstreitern.
Am 1. Oktober 2000 eröffnet, war die Psychiatrische Tagesklinik gegründet worden, um die Versorgung im Landkreis zu verbessern. Es habe aber einer langen Planung und vieler Gründungsväter und -mütter bedurft bis die Klinik stand, berichtete Temme.
In einer sogenannten Morgenrunde, einem Element der Behandlung in der Tagesklinik, wurden einige der Gründer zu dem Jubiläum befragt. Reinhard Hoferer, Sozialdezernent des Landkreises Waldshut, berichtete von der Notwendigkeit der damaligen Zeit eine Brücke zwischen der ambulanten und stationären Behandlung zu schlagen. Günther Nufer, der bei Gründung der Tagesklinik Bürgermeister von Bad Säckingen war, bekräftigte diese Dringlichkeit. Es sei die Aufgabe einer Gesellschaft, sich denjenigen zuzuwenden, die schwächer seien. Zudem sei eine wohnortnahe Versorgung wichtig. Da erschien es ihm selbstverständlich Bad Säckingen zum Standort einer solchen Einrichtung zu machen.
Ulrike Koenemund, Diplom-Psychologin in der Tagesklinik, informierte über das Behandlungskonzept der Klinik. Schon bald nach der Gründung war die Klinik belegt, pro Jahr werden über 100 Patienten behandelt. Inzwischen kommt es schon zu Wartelisten, was eigentlich nicht dem Zweck einer Tagesklinik dient. Sie merkte an, dass die Komplexität der Probleme der Erkrankten zunehme. Um diese Probleme anzugehen, gibt es in der Tagesklinik eineinhalb Sozialdienststellen, die unter anderem von der Caritas belegt werden. Der Geschäftsführer des Caritasverbandes Hochrhein, Martin Riegraf, freute sich über diese Verzahnung zu bestehenden sozialen Einrichtungen. Es sei eine vernünftige Kooperation.
Professor Hans-Jürgen Seelos, Geschäftsführer des Zentrums für Psychiatrie Reichenau, lobte zum Schluss, dass die Tagesklinik Bad Säckingen die erste ihrer Art in ganz Baden-Württemberg gewesen sei. Seit der Gründung sind nun 22 Tageskliniken dazu gekommen. Diese Multiplikation des Erfolgsmodelles Tagesklinik zeige die Wichtigkeit und Notwendigkeit der Einrichtung, so Seelos. An den Festakt anschließend konnten sich dann von 14 bis 17 Uhr interessierte Besucher ein Bild von der Klinik machen.