Bad Säckingen Polizei zieht Schlinge zu
01.10.2010
Bad Säckingen/Waldshut (mae) Handel mit Marihuana in größerem Stil wird sieben türkischen Staatsangehörigen in der Verhandlung vor dem Landgericht Waldshut-Tiengen vorgeworfen (wir berichteten). Die Männer im Alter von 27 bis 40 Jahren wurden Anfang Februar dieses Jahres verhaftet. Heute, Freitag, 1. Oktober, wird die Verhandlung ab 9 Uhr weitergeführt. Ein Urteil wird erst Ende Oktober erwartet.
Die sieben Angeklagten sollen im Raum Bad Säckingen und Waldshut-Tiengen Marihuana aus Holland in verschiedenen Tranchen verteilt und in die Schweiz geschafft haben. Wie jeder der sieben in diese Geschichte verwickelt ist, soll sich im Laufe des Prozesses ergeben.
Am gestrigen Verhandlungstag erklärte ein Dezernatsangestellter der Polizeidirektion Waldshut-Tiengen, wie die Polizei auf die sieben Angeklagten aufmerksam geworden war. „Die Ermittlungen begannen Ende 2008 mit zwei anderen Männern“, erklärte der Kripo-Angestellte. „Ende Mai 2009 wurde einer der Männer in St. Blasien mit Marihuana verhaftet.“ Weitere Händler oder Transporteure seien dann bekannt geworden. „Im November 2009 wurde in Absprache mit den Schweizern ein verdeckter Ermittler in die Schweiz gesandt.“ Es sei dann ein 27-Jähriger aus dem östlichen Kreis Waldshut in den Blick gekommen, einer der Angeklagten, der früher in der Kreisstadt eine Boutique betrieben und daraus Schulden hatte. „In einem abgehörten Telefonat wurde von 8,5 Kilogramm Marihuana gesprochen und 12 500 Euro.“
Anfang Dezember 2009 geriet dann ein weiterer Angeklagter ins Visier der Polizei, ein 40 Jahre alter türkischer Staatsangehöriger, der nicht in Deutschland oder in der Schweiz wohnte, sondern der sich per Flugzeug oder per Auto immer wieder auf die Reise nach Holland machte und den betreffenden Marihuana-Kurier begleitete. Der Kurier war ein 40 Jahre alter Mann aus Laufenburg, der mit seinem Fahrzeug auch Transporte mit dem Stoff von Aachen bis nach Bülach brachte.
Der Empfänger der Ware in der Schweiz verschwand, wie andere Personen ebenso. Es wird vermutet, dass sie in die Türkei zurückgekehrt sind.
