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Bad Säckingen Plakate sollen sensibilisieren

Bad Säckingen – Seit 2005 gibt es den „Internationalen Tag gegen Homophobie“.

Andreas Dickerhof und Katja Glaus verschicken Plakate zum Internationalen Tag gegen Homophobie an alle Schulen im Landkreis.
Andreas Dickerhof und Katja Glaus verschicken Plakate zum Internationalen Tag gegen Homophobie an alle Schulen im Landkreis. | Bild: Bild: Kanele

Das Datum wurde in Erinnerung an den 17. Mai gewählt, an dem die Hauptversammlung der WHO Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel psychischer Krankheiten strich. Die Initiative zum Internationalen Tag gegen Homophobie ging von Louis-George Tin aus, der heute der französischen Sektion der International Lesbian and Gay Association vorsteht.

Den diesjährigen 17. Mai nutzen das Kinder- und Jugendhaus „Altes Gefängnis“ nun zu einer großen Plakataktion, um die Gesellschaft weiter auf das Thema Homosexualität zu sensibilisieren. Im ganzen Landkreis Waldshut werden deshalb an alle weiterführende Schulen Plakate gegen Homophobie von Katja Glaus und Andreas Dickerhof verschickt. „Wir wollen mit dieser Aktion nicht nur das Wissen auf die Existenz dieses Tages erweitern, sondern auch die Lehrer der Schulen sowie die Schüler zum Nachdenken, Umdenken, Fragen, Reden und Diskutieren anregen“, erklärt Katja Glaus, Mitarbeiterin vom Kinder- und Jugendhaus „Altes Gefängnis“.

Seit knapp zwei Jahren führen sie und Andreas Dickerhof alle 14 Tage sonntags von 14 bis 19 Uhr einen offenen Jugendtreff für lesbische und schwule Jugendliche bis 21 Jahren durch. „Es ist ein Freizeitangebot, an dem wir auch Informationen vermitteln und beratend zur Seite stehen“, so Glaus weiter. „Wir haben Jugendliche dabei, die sich sicher sind in ihrer sexuellen Neigung und selbstbewusst damit umgehen. Aber es sind auch welche dabei, die sich mit Suizidgedanken tragen, weil sie sich nicht trauen, sich vor Eltern und Freunden zu outen“, fügt Andreas Dickerhof an.

Denn gerade in einer Kleinstadt wie Bad Säckingen, ist das Outing zur Homosexualität kein leichter Schritt. Doch: „Das Problem ist nicht das schwul- oder lesbischsein“, fügt Glaus an. „Das Problem ist, wie die Gesellschaft damit umgeht“.

Homophobie beginnt bereits damit, homosexuelle Mitbürger auszulachen. „Der Weg zur Homophobie ist schon vorbereitet, wenn Witze erzählt oder abfällige Bemerkungen zu diesem Thema gemacht werden“, sagt die Jugendhaus-Mitarbeiterin.

Andreas Dickerhof und Katja Glaus wünschen sich für den 17. Mai, dass die Plakate in den Schulen ausgehängt und dass das Thema im Unterricht behandelt wird. Lediglich in Bad Säckingen wollen die beiden die Plakate persönlich verteilen. „Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass wir hier in Bad Säckingen schon abgelehnt worden sind, als wir die Plakate nur hingeschickt haben“, erklärt Dickerhof.

Die Plakataktion ist die erste in diesem Jahr, der noch weitere folgen werden. „Wir wollen mit unseren Aktion genau drei Zielgruppen ansprechen“, erklärt Katja Glaus. „Die Betroffenen selbst, die Gesellschaft und die Pädagogen, zu denen wir im weitesten Sinne auch die Eltern zählen“.

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