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Bad Säckingen Nagai-Freunde hoffen auf ein Wunder: einen neuen Präsidenten für den Verein

13.07.2011


Man könnte es Verzögerungstaktik nennen oder auch das Hoffen auf ein Wunder. Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Nagai-Freundeskreises am Montag fand sich kein neuer Präsident für den Verein, dennoch stimmten zwölf von 23 anwesenden Mitgliedern gegen eine Auflösung.

Bis zur nächsten Jahreshauptversammlung im März 2012 bleibt nun Zeit, die wichtige Führungsposition neu zu besetzen. Gelingt das nicht, hat der Freundeskreis kaum eine Zukunft.

Dabei hatte der Abend eigentlich recht positiv begonnen: Groß war das Interesse an der Thematik, groß waren auch die Begrüßungsworte von Vizepräsidentin Helmtrud Finger. Sie freute sich über die für die Erdbebenopfer in Japan gesammelten Spenden und ehrte die verdienten Vereinsmitglieder Daniel Marterer, Brunhilde Mack und Elke Hundt. Nach einer kurzen Abstimmung über eine geringfügige Satzungsänderung schlug dann aber Versammlungsleiter Michael Gütter ernste Töne an. „Wir müssen uns leider Gottes einem sehr schwierigen Punkt widmen, der Wahl eines neuen Präsidenten oder einer neuen Präsidentin“, erklärte er. Ob jemand einen der Anwesenden vorschlagen wolle, fragte Gütter und weckte damit betretenes Schweigen. „Und will sich jemand bewerben?“ Auch auf diesen Appell hin kamen keine Wortmeldungen. „Dann müssen wir jetzt diskutieren, ob der Restvorstand einen Antrag auf Auflösung des Vereins stellen soll.“

Und eine lebhafte Diskussion gab es. „Blamabel“ fand eine der Anwesenden die Vorstellung, den japanischen Freunden von einem Scheitern des Freundeskreises berichten zu müssen, gerade jetzt wo es dem Land derart schlecht gehe. Die Problematik mache sie „total traurig.“

Die Trauer teile er, sagte Gütter. Aber man könne „nicht einfach weitermachen wie bisher.“ Zumal er und einige weitere Vorstandsmitglieder planten, im kommenden Jahr nicht mehr für ihre Posten zu kandidieren. Also sei eine geheime Abstimmung nötig. „Antrag auf Auflösung oder eben nicht?“ sei die entscheidende Frage. Zwölf von 23 anwesenden Mitgliedern stimmten gegen die Auflösung. Und schmetterten so den Antrag ab. Jetzt bleibt bis zur nächsten Jahreshauptversammlung 2012 Zeit, um das Präsidenten-Problem zu lösen. Ob das gelingt, ist fraglich. Oder um es mit den Worten des letzten Präsidenten Daniel Marterer zu sagen: „Wir haben eigentlich alles versucht. Wir wollten die Leute mehr einbinden und sind gescheitert.“

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