Bad Säckingen Mutiger Blick auf die Liebe

Filmworkshop im Jugendhaus thematisiert Homosexualität unter Jugendlichen. In Bad Säckingen gedrehtes Werk läuft im Internet

Es ist die Geschichte zweier liebenden Menschen. Doch weil der eine nicht voll zu dieser Partnerschaft stehen kann, kommt es zur Krise und schließlich zum zwischenzeitlichen Bruch. Am Ende steht aber wieder die Versöhnung – das Happy End als Plädoyer für die Liebe.

Dies ist die keineswegs ungewöhnlich Handlungen für einen Kurzfilm, der am Wochenende im Kinder- und Jugendhaus sowie an repräsentativen Schauplätzen von Bad Säckingen entstanden ist. Ungewöhnlich könnte für manche allerdings sein, dass es sich bei den Liebenden um zwei junge Frauen handelt. Zum zweiten Mal stattete der Vorsitzende des Vereins „Queerblick – ein Medienprojekt für Jugendliche“, Falk Steinborn, dem Kinder- und Jugendhaus einen Besuch ab. Seinen Filmworkshop für schwule und lesbische Jugendliche begreift der 26-jährige Student des Journalismus und der Filmwissenschaften an den Universitäten von Dortmund und Bochum auch als Hilfe zur Selbsthilfe. Mit den Filmprojekten, deren Ergebnisse auf der Internetplattform Youtube inzwischen bis zu 400 000 Mal im Monat angeklickt werden, sollen „Jugendliche erreicht werden, die sich in ähnlichen Lebenssituationen befinden“, erklärt Steinborn.

Bilder würden als „richtige Vorbilder genommen und auch ernst genommen“. Dieser künstlerische Ausdruck der eigenen Lebenssituation soll schwulen, lesbischen oder bisexuellen jungen Menschen bei ihrem Coming-Out helfen, so Steinborn.

Mit vier Teilnehmern hielt sich der Andrang auf das Angebot zwar in Grenzen.

Die Rückmeldungen nahmen sich jedoch sehr positiv aus: „Ich finde es wichtig, dass es so etwas gibt“, betont die 18-jährige Julia, die bereits vor zwei Jahren bei den Dreharbeiten zum Film „Gefangen“ im Jugendhaus zugegen war. Jugendliche, die sich nicht trauen, zu ihrer sexuellen Orientierung zu stehen, fühlten sich oftmals „sehr alleine“ mit ihrem Problem.

Als angehende Grafikdesignerin habe sie aber auch an den technischen Aspekten des Filmworkshops großes Interesse, betont die 18-Jährige. Die 17-jährige Melissa stimmt dem zu: „Es ist eine große Hilfe.“ Bestärkt habe sie der Workshop auch darin, Jugendlichen, die mit diesen Problemen zu kämpfen hätten, „ein Stütze sein zu wollen“, so Melissa. Der am Wochenende im Rahmen des Workshops entstandene Film mit dem Titel „Na warte“ wird voraussichtlich ab Dienstag unter www.youtube.de/queerblickTV zu sehen sein.

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