Klaus Denzinger informiert sich über die soziale Einrichtung in Bad Säckingen
Bad Säckingen (sap) Landtagskandidat Klaus Denzinger (FDP) besuchte gestern die Caritas in Bad Säckingen. Im Vordergrund stand dabei die Entwicklung der ambulanten Pflege. Zu Denzingers Überraschung sieht Caritas Vorstandsvorsitzender Martin Riegraf das Hauptproblem bei den Mitarbeitern und nicht in der finanziellen Situation. „Wir haben hier zu wenig qualifiziertes Fachpersonal. Die meisten arbeiten in der Schweiz, da dort die Bezahlung einfach besser ist“, so Riegraf. Eine Lösung für das Problem wäre laut Riegraf die Festsetzung eines Mindestlohns. „Dieser Job ist sehr belastend. Das Personal bietet eine hohe Dienstleistung an, beispielsweise den Angehörigen Demenzkranker“, erklärt Riegraf. „Das Ziel der ambulanten Pflege ist, dass Menschen so lang wie möglich Zuhause versorgt werden können“, fügt er hinzu. Doch der Landtagskandidat stellte dann doch die Frage: „Wie kann das finanziert werden?“ Denn für Denzinger ist klar: „Das gesellschaftliche Bild, die Kinder pflegen später die Eltern, ist veraltet.
Aber wie soll der Einzelne einen Platz in einer Pflegeeinrichtung bezahlen?“ Riegrafs Vorschlag: Eine Subventionierung im ambulanten Bereich. „Langfristig gesehen werden wir um eine Subventionierung nicht herum kommen“, so Riegraf. Denzinger hatte für Riegrafs Standpunkt durch aus Verständnis und fragte nach, wie sich Riegraf das genau vorstelle. „Die Verbindung zwischen wirtschaftlichen Unternehmen und Leistungsanbietern der Wohlfahrtsgruppe muss verstärkt werden“, so Riegrafs Vorstellung. Die Vision des Caritas Vorstandsvorsitzenden ist, dass Wirtschaftsunternehmen Pflegeplätze kaufen, die sie wiederum Angestellten mit einer pflegebedürftigen Person anbieten. Somit sei der Mitarbeiter entlastet, kann seiner Arbeit nachgehen und nach Feierabend den Angehören wieder abholen. „Im Raum Stuttgart gibt es bereits erste Projekte“, unter mauert Riegraf seine Aussage.