Bad Säckingen Kur für die Klinik
Der Apfel als Symbol für Gesundheit: Der neue Chef in der Hochrhein-Eggbergklinik, Peter Paul Gardosch von Krosik, mit Elfriede Moser an der Rezeption der Klinik. Bild: Bild: Gerber
Mehrheitsgesellschafter der DKH ist Peter Paul Gardosch von Krosigk, selbst Mediziner. Er managt die Geschicke der Bad Säckinger Klinik bereits seit einem Jahr. Zum 1. November ist die Hochrhein-Eggbergklinik vollständig ins Eigentum der Hamburger Klinikholding übergegangen, informiert Gardosch von Krosigk – und zwar zu 100 Prozent. Das heißt für alle früheren Gesellschafter (HBH-Klinikverbund, St. Vincentiusverein Bad Säckingen, Bad Säckinger Tourismus GmbH) gehört das Thema Hochrhein-Eggbergklinik der Vergangenheit an. Mit dem Eigentümerwechsel geht auch ein Wechsel auf dem Chefarztposten einher: Dr. Arndt Dohmen verlässt das Haus zum Jahresende.
Was für die bisherigen Gesellschafter ein schwerer Schuldenklotz am Bein war, sieht der „Neue“ als Herausforderung, die zu meistern ist. „Wir haben bereits jetzt nach einem Jahr einen eindeutigen Trend nach oben,“ sagt Garosch von Krosigk und verweist auf die Bettenbelegung von knapp 65 Prozent. Die lag in den vergangenen Jahren dauerhaft unter 50 Prozent. Hier ist aber weiter Luft nach oben, ist er überzeugt.
Gardoschs Hamburger Klinik-Holding hat letzten Monat auch die Reha-Klinik St. Marien in Bad Bellingen übernommen, teilte Gardosch mit. Die Bellinger Klinik hatte bislang ebenfalls zum Singener HBH-Verbund gehört. Geführt wird der dortige Standort von Fred Vock, Mitgesellschafter der DKH.
Die Hamburger Klinikholding hat damit nun zwei Objekte übernommen, die der vorige Eigentümer praktisch an die Wand gefahren hat. Glaubt Gardosch von Krosigk, er kann die Hochrhein-Eggbergklinik besser führen als die Singener? Seine Antwort: ein eindeutiges „Ja“. Gardosch, früher viele Jahre als Notfallmediziner tätig, kam sich in den letzten Monaten in der HEK erneut wie ein Notarzt vor. „Es wurden in den letzten Jahren viele Fehler gemacht“, attestiert Gardosch dem bisherigen Eigentümer. Er berichtet von teils unhaltbaren Zuständen und von erheblichen Führungsmängeln in der Verwaltung und im medizinischen Bereich. Zudem sei die HEK im Singener Klinikkonzern eher wie das ungeliebte Stiefkind behandelt worden, was für weitere Nachteile gesorgt habe. Auch der Streit der damaligen Geschäftsführung mit den Kostenträgern habe die Lage weiter verschlimmert. So ist der gelernte Mediziner Gardosch in den letzten Monaten dabei, dieser schonungslosen Diagnose die entsprechende Therapie folgen zu lassen. Nach dem spürbaren Aufwind bei der Belegung sieht er weiter gute Chancen, den Betrieb auf die Schiene zu bekommen.
Weitere Pläne hat Gardosch auch mit seiner Hamburger DKH. Denn bei zwei Kliniken unterm Dach der Holding soll es dauerhaft nicht bleiben. Zur Zeit hat er sechs weitere Häuser im Visier. Und zumindest an einer dieser Kliniken sei sein Interesse sehr ernst.
