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Bad Säckingen Konzert voller Emotionen und Humor

Musikstudenten aus Minsk begeistern Publikum im evangelsichen Gemeindesaal. Klassiker aus Westeuropa kommen an

Nach drei Jahren waren auf Einladung des Vereins „Zukunft für Ritschow“ wieder Musikstudenten aus Minsk zu Gast im evangelischen Gemeindesaal. Vor gut 40 Zuhörern präsentierten Alexandra Kolatschova, Valentina Gontscharuk, Anna Meljanez (Violinen) und Tatjana Chanezkaja (Cello) sowie die Sopranistin Anastasia Chrapitzkaja und der Tenor Semyon Burenkov Klassiker aus Westeuropa und dem russischen Repertoire. Der Auftritt in Bad Säckingen ist eines von sieben Konzerten in der Region, mit denen sie sich für die Unterstützung des Vereins bedankten. Begleitet wurden sie von der 19-jährigen Dolmetscherin Julia Shuglja, die mit Hilfe des Vereins ihr Wirtschaftsstudium in Minsk absolviert. Die jungen Musiker sind weit fortgeschritten, und viele haben bereits Preise gewonnen.

Das berühmte Menuett von Boccherini spielte das Quartett mit Leichtigkeit, Anmut, Klangschönheit und subtiler dynamischer Differenzierung, und die Damen zeigten auch Sinn für Humor, als sie Mozarts Kleine Nachtmusik parodistisch abwandelten. Mit dem nötigen Sentiment und Temperament präsentierten sie Walzer von Johann Strauß. In Belllinis „Vaga Luna“ kam die dramatische Sopranstimme von Anastasia Chrapitzkaja zu Geltung. Sie verfügt über ein relativ ausgeprägtes Vibrato und eine raumfüllende Größe, und die Sängerin hatte keine Scheu, große Emotionen zu zeigen. Von beseeltem Ausdruck war auch die Arie des Xerxes aus Händels gleichnamiger Oper, die der Tenor mit erfreulich hoher Textverständlichkeit und markanter Stimme präsentierte, der nur noch eine Spur mehr Ebenmaß fehlte. In der Arie der Adriana Lecouvreur von Cilea beeindruckte die Sopranistin mit großer Dramatik und schön tragend gesungenen Piano-Passagen, während der Tenor in Tostis „A Vuccella“ zeigte, dass er sich auch auf den Belcanto italienischer Prägung verstand.

Die Arie der Csárdásfürstin von Kálmán gab der Sopranistin Gelegenheit zu großen vokalen Gesten: Mit hörbarem Genuss (und Wissen um deren Wirksamkeit) zelebrierte sie die hohen, lange gehaltenen Töne in ausgeprägtem Forte und stürzte sich mit Elan in die csárdástypischen Accelerandi. Die Arie des Alfredo und das Trinkduett aus Verdis „Traviata“ waren ein – abgesehen von kleinen Ungenauigkeiten bei den Koloraturen – fast perfekter Abschluss des ersten Teils.

Die reiche Musiktradition des europäischen Ostens stellten die Künstler nach der Pause vor, unter anderem mit einem leicht melancholischen Walzer von Sviridov und Kleophas' „Abschied vom Vaterland“, das aus Sentiment und Bitternis gemischt schien. Der Höhepunkt war Glinkas Duett „Versuche mich nicht ohne Not“: Wie kultiviert die Sänger ihre vokalen Mittel einsetzten. Mit weiteren Liedern und ebenso vielen Zugaben rundeten sie ihr hochkarätiges Konzert ab.

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