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Bad Säckingen Kleidung soll Patienten schützen

27.02.2010
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Bad Säckingen (sap) Infektionen lassen sich gezielt mit Antibiotika bekämpfen, das ist allgemein bekannt. Doch in den vergangenen Jahren haben sich Infektionserreger, vor allem in Kliniken und Pflegeeinrichtungen, in dramatischer Weise ausgebreitet und weiterentwickelt, sodass viele dieser Erreger sich nicht mehr mit Antibiotika behandeln lassen. Diese Krankheitskeime werden als multiresistente Erreger bezeichnet, kurz MRE. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Rate der gegen Antibiotika resistenten Stapylokokkenbakterien (MRSA), die bei Patienten gefunden wurden, von zwei Prozent auf 20 Prozent vervielfacht. Um eine Weiterverbreitung dieser Erreger zu stoppen, schließen sich betroffene Einrichtungen zu einem Netzwerk zusammen. Denn die Patienten tragen den Erreger meist unwissentlich in sich. Das Problem entsteht, wenn ein MRE-Träger in eine Klinik aufgenommen wird. „Dann ist das Risiko besonders groß, den Erreger an andere kranke und geschwächte Personen weiterzugeben“, erklärt Nadja Oster vom Gesundheitsamt Waldshut. Für Patienten kann eine Infektion sehr leidvoll und sogar lebensbedrohlich sein. Auch die Versorgung dieser Menschen ist mit erheblichen zusätzlichen Hygienemaßnahmen und Kosten verbunden. „Die Betroffenen müssen erst einmal isoliert werden.“ Danach folgen fünf Tage lang antiseptische Waschungen, wie die Hygienefachkraft Claudia Steffan erklärt. Im Anschluss daran wird eine zweitägige Pause eingelegt und an drei aufeinander folgenden Tagen werden Abstriche genommen. „Wenn nur einer dieser Tests positiv ist, muss die ganze Behandlung wiederholt werden.

Das kann sich über drei Wochen hinziehen“, so Steffan. Auch Angehörige müssen entsprechende Schutzkleidung tragen, wenn sie infizierte Patienten besuchen möchten. Doch auch Patienten, die negativ getestet und aus der Klinik entlassen wurden, können den Erreger immer noch mit sich tragen. Somit liegt es am Hausarzt, die Patienten weiter zu betreuen. Und da entsteht das nächste Problem: Die Krankenkassen kommen nicht für eine Weiterbehandlung auf. Wenn der Patient dann das nächste Mal in eine Klinik muss, fängt die Prozedur wieder von vorne an. „Wir führen zurzeit Gespräche mit Krankenkassen im Landkreis“, beschreibt Oster. Das Problem sei mittlerweile bekannt und bereits 34 medizinische und pflegerische Institutionen im Landkreis haben sich diesem Netzwerk schon angeschlossen. „Wenn die Kommunikation da ist, kann sofort gehandelt werden und viele Ansteckungen können vermieden werden“, beschreibt Oster.

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