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Bad Säckingen Japan leidet noch immer

10.11.2011
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Bad Säckingen – Am 11. März bebte die Erde in Japan.

Es war das drittstärkste Beben, das je gemessen wurde. Es folgte ein Tsunami und die Reaktorkatastophe von Fukushima. Bei uns hört man inzwischen kaum noch etwas von den Folgen, doch für die Menschen vor Ort ist die Katastrophe längst noch nicht ausgestanden. Der japanische Journalist Shingo Yoshida berichtete am Montag im Schlossparkpavillon über den aktuellen Stand.

Der Freundeskreis Nagai hatte Yoshida eingeladen, der auch für die Deutsche Welle in Japan gearbeitet hat. 15 829 Menschen sind bislang offiziell bei dem Erdbeben und dem Tsunami ums Leben gekommen, doch die Zahl steigt immer noch, weil von den 3692 verschollenen Personen immer noch welche tot aufgefunden werden.

So schlimm das Beben, die Flutwelle und die Kernschmelze in den Reaktoren von Fukushima an sich schon waren, für die Menschen in den betroffenen Präfekturen findet derzeit die Katastrophe nach der Katastrophe statt. Immer noch leben sie dicht gedrängt in Notunterkünften, viele Menschen haben ihre Arbeit verloren. „71 Prozent der Menschen in den Notunterkünften hatten früher Arbeit, jetzt sind sie arbeitslos“, erläutert Yoshida die Auswirkungen. Viel Ackerland wurde durch das Meerwasser versalzen und taugt nicht mehr zum Reisanbau. Die Verstrahlung rund um das Atomkraftwerk Fukushima sorgt für Angst in ganz Japan.

Doch Japan wäre nicht Japan, wenn seine Menschen die Folgen des Unglücks nicht mit erhobenem Haupt ertragen würden. Auch Peter Haussmann ist vor allem beeindruckt davon, dass sich die Menschen trotz aller Widrigkeiten ihre Würde bewahren. Und die Naturkatastrophe bringt den Einfallsreichtum der Menschen in Schwung, auch davon berichtete Shingo Yoshida am Montag. So stellte man fest, dass der Anbau von Tomaten oder Baumwolle den Boden sehr viel schneller entsalzt als Süßwasser. Außerdem wurde ein Entsalzungsmittel aus Viehmist und Bakterien entwickelt, das den Salzgehalt des Bodens angeblich innerhalb eines Monats normalisiert.

Die Hilfsbereitschaft ist enorm, wie der Journalist berichtet. Auch in Bad Säckingens Partnerstadt Nagai wurden 200 Betroffene der Katastrophe aufgenommen. Die Menschen in der am stärksten betroffenen Region gelten als schweigsam und zäh, erzählt Yoshida. So haben sie auch die 560 Nachbeben mit einer Stärke von fünf oder mehr auf der Richterskala trotz großer Angst ertragen und tun alles, um den Wiederaufbau voranzutreiben und so schnell wie möglich so etwas wie Normalität herzustellen. Nicht ganz einfach, wenn man nie genau weiß, welche Informationen von den offiziellen Stellen wirklich stimmen und welche sich im Nachhinein als falsch herausstellen.

Yoshida zeichnete ein sehr detailliertes Bild acht Monate nach der Naturkatastrophe. Und er machte deutlich, wie schwer der Weg für die Menschen zurück zur Normalität ist. Für viele wird es so etwas wie Normalität vielleicht nie wieder geben, denn auch wenn die sichtbaren Schäden beseitigt sind, das Trauma bleibt in den Köpfen, auch wenn es ein Japaner nicht zeigt.

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