Tafelladen betreut rund 70 Bedürftige. Spendenbereitschaft an Weihnachten enorm
Bad Säckingen – In dem kleinen Laden in der Hildastraße herrscht geschäftiges Treiben. Was für den unbeteiligten Betrachter wie ein Tante-Emma-Laden aus alten Zeiten aussieht, ist der Tafelladen der Caritas in Bad Säckingen. Er existiert bereits seit fünfeinhalb Jahren.
Bei Sozialberatungsgesprächen hat Ewaldine Schwarz von der Caritas festgestellt, dass viele Menschen mit ihrem Geld nicht auskommen. Für sie ist der Tafelladen eine Möglichkeit, billig an Lebensmittel zu kommen. Schwarz hält den Laden mit 45 ehrenamtlichen Mitarbeitern am Laufen. Zwei Fahrer holen mehrmals in der Woche die Waren bei Märkten und Bäckereien ab, die diese spenden wollen. Es gibt Obst, Gemüse, Backwaren, Milchprodukte, Fleisch, Wurst und Trockenprodukte wie Nudeln, Gewürze und andere verpackte Lebensmittel. Manchmal spendet dm auch Drogerieartikel und Babynahrung. Selbst der Verkaufstresen war ein Geschenk von Blumen Maier. Leider kann das Team nicht immer ein vollständiges Sortiment garantieren. Es kann nur verkauft werden, was die Geschäfte abgeben. So waren zeitweise die Molkereiprodukte knapp.
Wenn die Türen geöffnet werden, warten draußen bereits die Kunden. Ewaldine Schwarz kontrolliert die Berechtigungsausweise und verwendet sie als Lose. Von den circa 70 Kunden passen nur fünf auf einmal in den Laden. Wer gezogen wurde, darf sich einige Waren aussuchen. Die Produkte kosten zehn bis 20 Prozent des ursprünglichen Preises. Sie sind zwar von guter Qualität, aber nicht mehr allzu lange haltbar. Ab sieben Uhr früh sind Mitarbeiter im Laden. Sie holen Waren aus dem Kühlraum, putzen und sortieren sie.
Nach Ende der Geschäftszeiten dauert das Aufräumen noch etwa bis 13 Uhr, bei der Nachmittagsöffnung entsprechend länger. Ewaldine Schwarz beteuert aber, dass niemand länger bleiben muss, als er will. „Es sind schließlich Ehrenamtliche. Da können wir nicht sagen, ihr müsst dann und dann da sein.“ Trotzdem klappt die Organisation reibungslos. Das liegt daran, dass etwa 60 Prozent der Helfer bereits von Anfang an dabei sind.
Schwarz dankt allen bisherigen Spendern. Vor Weihnachten sei die Spendenbereitschaft enorm. Sie erwähnt besonders die Spende von Caminando Va. Die Gruppe aus Murg gestaltete einen Gottesdienst mit und stellte dem Tafelladen die Kollekte zur Verfügung. Es waren 855 Euro und mehrere Kisten Sachspenden. Die Supermarktkette Rewe wiederum hatte vor kurzem ihre Kunden darum gebeten, einen Teil ihres Einkaufs zu spenden. Dabei kamen viele Trockenprodukte und Konserven zusammen.
Bereits von Anfang an gibt die Bäckerei Pfeiffer ihre Überschüsse ab. Auch das Obst und Gemüse aus den Supermärkten ist regelmäßig gut sortiert vorhanden. Sehr willkommen sind zudem die regelmäßigen Gaben der Zontafrauen Südschwarzwald. Jedes Jahr schenken sie dem Tafelladen einige Schäufele und Nussschinken. Das Team freut sich aber auch über die kleinen Gesten. Die Fahrer wurden zum Beispiel von einem Mann im Rollstuhl angesprochen. Er gab ihnen zehn Euro und sagte, ihm ginge es noch recht gut und er wolle denen etwas geben, die weniger haben. Obwohl es Schwankungen in der Menge gibt, sind die Kunden zufrieden. Sie wissen, dass es kein Supermarkt mit Vollsortiment ist. Stattdessen gibt es persönliche Beratung. Die Ehrenamtlichen kennen die Nöte und Ängste der Kunden. Sie hören sich ihre Geschichten an und geben ihnen Trost. Das Team hilft auch, Möbel oder Gebrauchsgegenstände zu organisieren. „Der Tafelladen ist ein großes Miteinander“, so Schwarz. „Nicht nur unter den Mitarbeitern, sondern auch gegenüber den Kunden wird Respekt gezeigt.“ Trotz der Freude über Spenden in der Weihnachtszeit merkt Ewaldine Schwarz an, dass es schön wäre, wenn mehr Leute über das Jahr an den Tafelladen dächten. Außerdem könnte das Team noch Verstärkung gebrauchen. Wer spenden oder sich ehrenamtlich betätigen will, kann sich bei der Caritas unter der Telefonnummer 07761/5 69 80 melden.