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Bad Säckingen Hilfe für Erdbeben-Opfer

05.07.2011


Bad Säckingen – Ein ebenso schönes wie umfangreiches Konzert mit japanischer Musik erlebten die Zuhörer am Sonntagabend im Trompeterschloss, als der Sai-Chor aus Wako-Stadt, die Sopranistin und Dirigentin Takako Wada, die Pianistin Yuki Fukushima und der Shakuhachi-Spieler Thomas Olesch zu Gast waren. Sie spielten zu Gunsten der vom Erdbeben und Tsunami verwüsteten Stadt Tagajo, der Partnerstadt von Nagai.Der aus 15 Frauen und drei Männern bestehende Chor unter Leitung von Takako Wada eröffnete das Programm mit fünf japanischen Liedern.

Die Sänger verfügen über gut geschulte, klare Stimmen, und trotz der Überzahl der Damen wirkte das Klangbild ausgewogen. Der Chor sang sehr präzise, mit scheinbarer Mühelosigkeit und gestaltete die Lieder mit großem Einfühlungsvermögen. Während die japanischen Kinderlieder ihren ganz eigenen, intimen Zauber entfalteten, wirkte das Lied „Mond über der alten Burg“ mit seiner Melancholie und der gespannten Dynamik wie von der europäischen Romantik inspiriert.

Die Pianistin Yuki Fukushima präsentierte drei Solowerke, darunter traditionelle Musik, die am japanischen Kaiserhof gespielt wurde. Das Werk besteht aus einer Fülle von Arpeggien, die wie Wellen eine sehr dezente Melodie umspielen. Die Pianistin überzeugte mit sehr kultiviertem Anschlag und einer Virtuosität, die sich nicht aufdrängte, sondern ganz im Dienst einer nuancenreichen Klangschönheit stand.

Thomas Olesch stellte zwei Werke aus dem klassischen Kanon der Shakuhachi-Literatur vor. Es handelt sich dabei um eine Bambusflöte, auf der nicht nur alle Töne der chromatischen Tonleiter, sondern auch Zwischentöne und Klangschattierungen erzeugt werden können. Begleitet von der Pianistin, sang Takako Wada mit lyrischer Sopranstimme drei japanische Lieder. Man brauchte die Texte nicht zu verstehen, denn dank der Interpretationskunst der Sängerin konnte man den Reichtum an Stimmungen ohne Weiteres erspüren.

Die Pianistin widmete sich außerdem dem Komponisten Michio Miyagi (1894-1956), der als meisterhafter Koto-Spieler und Erneuerer der japanischen Musik galt. Die Werke wirkten teilweise außerordentlich melodisch und sanglich, teils kontemplativ, manchmal aber auch rhythmusbetont. Der Schlussauftritt gehörte wieder dem Sai-Chor. Mit zwei Zugaben bedankte sich der Chor beim Publikum. Zum Schluss spielte die Trompeterin von Säckingen das auch in Japan berühmte „Behüt dich Gott“.

Bürgermeisterstellvertreter Wolfgang Lücker erklärte, er bewundere, wie die Japaner die Krise bewältigen und sich um Menschen kümmern, die alles verloren haben. „In Gedanken sind wir bei Ihnen“, versicherte er und übergab eine Spende der Stadt Bad Säckingen.

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