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Bad Säckingen Heiße Rhythmen erklingen bei der "Tango-Messe" in der Heilig-Kreuz-Kirche

Der Gospelchor Bad Säckingen präsentiert die "Tango-Messe" als ungewöhnliche Kombination. Die Sänger vermitteln Spontaneität und Leidenschaft.

Den im verruchten Hafenviertel von Buenos Aires entstandenen Tango mit einer Messe zu kombinieren, ist sicherlich eine gewagte Idee. Mit der Aufführung der "Tango-Messe" des argentinischen Komponisten Martin Palmeri hat der Gospelchor Obersäckingen sich selbst und den vielen begeistert applaudierenden Besuchern in der vollbesetzten Heilig-Kreuz-Kirche ein Geschenk zu seinem 20-jährigen Bestehen gemacht.

Zur Einleitung präsentierte der Chor das a cappella gesungene Präludium des jungen Norwegers Ola Gjeilo, das entfernt an alte Kirchenmusiktraditionen erinnerte. Tonal und lyrisch wirkte sein von Lambert Bumiller (Klavier) begleitetes Werk "The Ground". Zur Einstimmung auf die Tango-Messe spielte das Ensemble "Brisas Del Sur" mit Wolfgang Weniger (Bandoneon), Felix Borel (Violine), Lambert Bumiller (Klavier) und Winfried Holzenkamp (Kontrabass) vier Instrumentalwerke Astor Piazzollas, der den Tango mit der europäischen Kunstmusik verbunden hatte, was etwa in den kontrapunktischen Passagen von "Fuga y misterio" abzulesen war. "Oblivion" und "Milonga del Angel" zeigten die tangotypische Melancholie, ohne in Klischees zu verfallen. Dagegen erlebte das Publikum in "Adios Nonino" die markanten Rhythmen und den geradezu überschäumende Elan des Tangos.

Die Messe zeigte besonders in den instrumentalen Zwischenspielen die Rhythmen und typischen melodischen Wendungen des Tangos. Ähnlich wie Piazzolla griff auch Palmeri auf europäische Musiktraditionen zurück und es gelang ihm, diese Synthese in den Dienst einer gut nachvollziehbaren Textausdeutung zu stellen. Das "Kyrie" erschien weniger als ein zaghaftes Flehen, sondern wie eine Folge exaltierter Ausrufe im Tango-Rhythmus. Prachtvoll erklang das Gloria, das Eva Koch mit einem Solo über den Text "qui tollis peccata mundi" kontrastierte.

Der Chorsatz im "Credo" war zunächst wenig bewegt und zurückhaltend. Nach einem eindringlichen Solo Eva Kochs setzte der Chor bei der Schilderung von Kreuzigung und Auferstehung dramatische Akzente. Im "Agnus Dei" gelang dem Chor eine kunstvolle Fuge, bevor die Messe im Piano verklang. Im Ganzen war es eine gelungene Interpretation eines anspruchsvollen Werks, das eingängig wirkte, aber für die Ausführenden nicht wenige Herausforderungen bereithielt. Die Dirigentin Elisabeth Schlegge-Weidt hatte den Gospelchor gut vorbereitet: Die Stimmen waren gut geschult, Härten und Schwachstellen waren kaum zu bemerken. Und bei aller Disziplin gelang es den Sängern, auch den Eindruck von Spontaneität und Leidenschaft zu vermitteln. Mit zwei Zugaben bedankten sich die Musiker für den Beifall.

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