Hobbyschriftsteller aus Bad Säckingen stellen ihre Werke bei einer Lesung in der Stadtbücherei vor
Bad Säckingen (milo) „Grenzgänge – Kurzgeschichten von Grenzen verschiedener Art“, so lautete am Donnerstag der Titel einer Lesung in der Bad Säckinger Stadtbücherei, die die „Wortfischer. Werkstatt für kreatives Schreiben“ veranstaltet haben. Sechs Autoren präsentierten dabei literarische Ergebnisse ihrer persönlichen Auseinandersetzung mit dem Thema „Grenzen“. Unterstützt und angeleitet wurden Susanne Kanele, Simone Wolf, Peter Heinemann, Susanne Rudolph, Kathrin Schwarz und Peter Müller von der Seminarleiterin Petra Gabriel, die schon seit Jahren als erfolgreiche Romanautorin auf sich aufmerksam macht.
Ihren besonderen Reiz erhielten die vorgetragenen Kurzgeschichten durch die gezielte Bezugnahme auf die Grenzregion Bad Säckingen, in der die Autoren leben. Im metaphorischen Sinn stehen „Grenzen“ jedoch oft für Barrieren, die behindern, nachdenklich machen oder an einen Punkt kommen lassen, an dem es zunächst nicht weiter zu gehen scheint. Grenzen stehen aber auch für Neuanfänge, Scheidewege, die Notwendigkeit, einen Weg zu überdenken. Die sehr persönliche Verarbeitung von „Grenzerfahrungen“ wie Verlust, Trauer, Einsamkeit, Tod und Zweifel verschmolzen in den Kurzgeschichten der Autoren zu tiefgründigen, humorvollen und manchmal auch schaurigen Momentaufnahmen, die das Leben oftmals aufzuzeigen scheint.
„Grenzen sind nur im Kopf“ erkennt etwa Agnes Butterbloom, die „Heldin“ in der Geschichte von Susanne Kanele. Verbittert und einsam sitzt Agnes trinkend und rauchend im englischen Brighton und lässt sich im Dialog mit ihrem Kater Ambrosius den Spiegel ihrer selbst verschuldeten Einsamkeit vorhalten. Der Kater bedrängt die nach Ausreden suchende Agnes, ihre neue Internetromanze in Bad Säckingen zu besuchen. Hat denn nicht vor langer Zeit ein berühmtes Liebespaar in Bad Säckingen bewiesen, dass Hindernisse, etwa Standesgrenzen, überwindbar sind? Einen großen deutschen Dichter hätte dies sogar zu einem Epos inspiriert, argumentiert Ambrosius, der es ja wissen müsse. Lebte doch einer seiner Vorfahren in Bad Säckingen, dem heute so manche Skulptur gewidmet sei.
So wie Susanne Kanele sind auch Simone Wolf und Peter Heinemann neu zu den „Wortfischern“ hinzugestoßen. Mit „Bunte Kühe und schwangere Schnecken“ und „Halbheiten“ thematisieren beide die Schwierigkeiten des Menschen, eigene Grenzen, Schwächen oder Ängste zu überwinden.
Schon seit längerer Zeit bei der Schreibwerkstatt ist Susanne Rudolph. In ihrer „Gratwanderung“ beschreibt sie den Konflikt einer verlassenen, schwangeren Frau, die in der Abgeschiedenheit der Wälder die Suche nach der richtigen Entscheidung als Scheideweg ihres Lebens erlebt. Mit Kathrin Schwarz' „Zuviel gependelt“ und Peter Müllers „Auf den Hecht“ folgten zwei Kurzgeschichten altgedienter Mitglieder der Schreibwerkstatt.
Interessenten, die der Schreibwerkstatt „Wortfischer“ beitreten wollen, können dies ab Mai 2011 tun. Informationen zur Schreibwerkstatt sowie zum neuen Roman „Der Klang des Regenbogens“ von Petra Gabriel im Internet:
www.petra-gabriel.de