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Bad Säckingen Geothermie-Pläne am Hochrhein scheitern

Das Unternehmen GKW Hochrhein löst sich auf. Thomas Kohl macht sich aber trotz Kritik der Öffentlichkeit für diese Energieform stark.

Mit einem Bohrturm wird hier ein 4000 Meter tiefes Loch in die Erde gebohrt: Geothermie-Projekte werden von der Öffentlichkeit jedoch kritisch gesehen.
Mit einem Bohrturm wird hier ein 4000 Meter tiefes Loch in die Erde gebohrt: Geothermie-Projekte werden von der Öffentlichkeit jedoch kritisch gesehen. | Bild: dpa

Das Erdwärme-Projekt, das seit zwei Jahren verfolgt wird, ist abgehakt. Das Unternehmen GKW Hochrhein hat sich aufgelöst, Thomas Kohl, geschäftsführender Gesellschafter der GKW, widmet sich aktuell anderen Geothermie-Projekten in Soultz-sous-Forêts im Elsass und in Zürich. Das größte Hindernis für den Erfolg des Projektes war laut Thomas Kohl die öffentliche Meinung, die Geothermie derzeit noch ablehnt.

Nach den Pannen bei den Geothermie-Projekten in Basel und Staufen steht die Erdwärme bei den Bürgern nicht sehr hoch im Kurs. Die gesamte Technik sei unter Generalverdacht geraten. Zu Unrecht findet Thomas Kohl, ehemaliger Gesellschafter und Geschäftsführer der GKW-Hochrhein: „Wenn man geothermische Projekte richtig konzipiert, sind die Risiken kontrollierbar. Darüber hinaus sind auch andere Formen der Energiegewinnung gefährlich. Weil die Probleme aber weit weg sind, werden diese von der Öffentlichkeit ignoriert“, erläutert Kohl.

Kohl, der auch Professor an der Universität Karlsruhe ist, hat im Rahmen des Projektes die Geothermie-Eignung am Hochrhein wissenschaftlich untersucht. Sein Forschungsgebiet erstreckte sich von Bad Säckingen bis Schaffhausen.

Der Energiefachmann hält die Geothermie weiterhin für die perfekte Energieform. Bei der aktuellen Stimmung sei allerdings derzeit nichts zu machen. Zudem werde die Diskussion in Deutschland besonders von älteren Menschen dominiert, die durch ihre Blockaden die Handlungsmöglichkeiten einschränken würden.

Die Jüngeren müssten sich überlegen, wie sie in Zukunft ihre Energie gewinnen wollen. Denn ohne Energie gehe es nicht, konstatiert Thomas Kohl. Zudem bräuchten Projekte im Energiesektor mindestens zehn Jahre, bis sie in Betrieb gehen. Fehler, die man heute mache, ließen sich daher in der Zukunft nur schwer korrigieren. Der Hochrhein sei weiter sehr interessant für die Erdwärmenutzung und eine Gefahr für die Bad Säckinger Kurquellen gebe es auch nicht.

Das schlechte Image der Geothermie hält Kohl generell für unbegründet: Man müsse die Fälle Basel und Staufen wissenschaftlich untersuchen. Aber in der Öffentlichkeit sollten auch die vielen geothermischen Kraftwerke, die reibungslos funktionieren, erwähnt werden. Die Technologie sei wegweisend. Es gebe wenig Alternativen, die das Potenzial der Geothermie hätten, so Kohl.

Der Geophysiker hofft, dass jemand anderes das Projekt weiter vorantreibt. „Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass es eines der interessantesten Projekte in Deutschland ist.“ Laut GKW Hochrhein ist zudem die geologische Tiefenstruktur zuverlässig erforscht und die technische Infrastruktur bestens geeignet. Drehe sich die öffentlich Negativstimmung könnten Investoren problemlos gefunden werden, so Thomas Kohl.

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