Bad Säckingen -
Das renommierte Öko-Institut wird das Genehmigungsverfahren für das von der Schluchseewerk AG geplante Pumpspeicherkraftwerk Atdorf begleiten. Den Auftrag dazu haben die vier Gemeinden Bad Säckingen, Wehr, Herrischried und Rickenbach erteilt.
Die Bürgermeister Norbert Moosmann (Rickenbach), Michael Thater (Wehr), Martin Weissbrodt (Bad Säckingen) und Christoph Berger (Herrischried) wollen beim Verfahren des Pumpspeicherkraftwerks Atdorf eng mit dem Öko-Institut (im Bild Umweltjuristin Regine Barth) zusammenarbeiten.
Bild: Obermeyer
Ist das vom Schluchseewerk geplante Pumpspeicherkraftwerk Atdorf energiewirtschaftlich notwendig? Unter anderm mit dieser Frage wird sich nun das renommierte Öko-Institut beschäftigen. Visualisierung: Schluchseewerk
Bad Säckingen – Mit dem Auftrag an das Öko-Institut wollen die Gemeinden eine unabhängige neutrale Plattform schaffen, in der auch Gegner und Befürworter des Pumpspeicherkraftwerks ihre Sichtweisen einbringen können. „Es war relativ schwierig, einen neutralen Begleiter zu finden. Das Öko-Institut ist aber über jeden Zweifel erhaben“, ist Wehrs Bürgermeister Michael Thater sicher, den richtigen Partner hierfür gefunden zu haben.
Nicht nur die politischen Mandatsträger wie Bürgermeister und Gemeinderäte sollen von der Arbeit des Öko-Instituts profitieren. Wesentliche Aufgabe des Umweltinstituts ist es, die Öffentlichkeit in Sach- und Verfahrensfragen zu informieren. Das Institut fungiert dabei als „Übersetzer“, um das äußerst komplexe Verfahren für die Öffentlichkeit aufzubereiten.
Dazu wird es mehrere Informationsveranstaltungen geben. Die ersten beiden finden schon im März in Wehr und Herrischried statt. Dabei werden unabhängige Experten eingeladen, die auch die Fragen der Kritiker aufgreifen sollen. „Wir werden natürlich auf offene Fragen hinweisen und auch die Methodik von Gutachten überprüfen“, erklärt Regine Barth, Umwelt-Juristin bei dem Freiburger Institut.
„Wir sind bislang nicht in dieser Form gemeinsam aufgetreten, in Zukunft werden wir aber öfter gemeinsam in Erscheinung treten“, schickt Bad Säckingens Bürgermeister Martin Weissbrodt für die vier Bürgermeister voraus. Tatsächlich begehen die vier Gemeinden mit dem Auftrag an das Öko-Institut einen bislang einmaligen Weg der interkommunalen Zusammenarbeit. „Alle vier Gemeinden sind von den Planungen betroffen – in unterschiedlicher Intensität“, so Weissbrodt.
Während der Hotzenwald um seine Trinkwasserquellen fürchtet, stehen für Bad Säckingen die Heilwasserquellen und damit der Status als Kurstadt auf dem Spiel. Vom eigentlichen Bau der Kavernen und des Haselbeckens ist hingegen Wehr besonders betroffen. Für die Gemeinden gehe es nun darum, das Jahrhundertprojekt in seiner Gesamtheit zu betrachten und nicht in Einzelteile zu zerlegen und getrennt nach ihrer Gemarkung zu betrachten.
„Das Schluchseewerk ist sehr bemüht um eine offene Informationspolitik“, lobt Herrischrieds Bürgermeister Christoph Berger den Vorhabenträger, der die Einbeziehung des Öko-Instituts nicht nur unterstützt, sondern auch deren Kosten trägt. Berger hofft, dass die „fairen und neutralen“ Bewertungen des Öko-Instituts „auch für die heftigsten Kritiker“ zu akzeptieren sind.
Auch Rickenbachs Bürgermeister Norbert Moosmann setzt große Hoffnungen in die Arbeit des Öko-Instituts, hebt aber auch die besondere Form der Zusammenarbeit der vier betroffenen Gemeinden hervor.