Kinder aus Weißrussland verbringen ihre Ferien im Kreis Waldshut. Möglich macht das der Verein „Zukunft für Ritschow“
Bad Säckingen (röb) 49 weißrussische Kinder aus dem Raum Tschernobyl haben erneut seit 18. Juli Quartier in unserer Region bezogen. Im Alter zwischen acht und zwölf Jahren werden sie auch im Kreis Waldshut erholsame Ferienwochen verbringen. Eingeladen hat sie der seit 2007 bestehende Albrucker Verein„Zukunft für Ritschow – Leben nach Tschernobyl“. Vereinsvorsitzende Hedi Müller sagte: „Zuerst bin ich natürlich froh, dass alle die 30-stündige Hitzefahrt im Bus vom Dorf Ritschow gut überstanden haben.“ Berührt sei sie von der Spendenfreudigkeit der Bevölkerung und der großen Hilfsbereitschaft einheimischer Familien, die die Kinder als „Quartierseltern“ seit Jahren aufnehmen. Manuela Mohr (Murg-Hänner), Gertrud und Franz Zöller (Birndorf) und Monika Eckert (Albruck-Buch) gehören dazu.
Bereits zum fünften Mal starte die Ferienaktion, die dazu beitragen will, die noch heute spürbaren Folgen des verheerenden Reaktorunglücks von 1986 im Kernkraftwerk Tschernobyl/Ukraine zu mildern.
Neben einem vielfältigen vierwöchigen Ferienprogramm organisiert der Verein spezielle kostenlose Facharztsprechstunden von Bad Säckingen über Waldshut bis Villingen an denen sich 30 Mediziner engagieren. Darunter die Bad Säckinger Zahnärzte Rudolf Küpper, Klaus Dippel, Jan Reichmann Georg Hammer bis hin zum Kinderarzt Wolfgang Hamm. Von Untersuchungen bis hin zu Notbehandlungen gehen die freiwilligen Leistungen. Diese nutzte am Freitag auch Tatjana Volkava. Die weißrussische Betreuerin war mit fünf Ritschower Kindern Patientin vom Team um Dr.
Küpper. Seit drei Jahren kommt sie an den Hochrhein, zeigte sich begeistert vom Albrucker Verein und die große Solidarität der deutschen Menschen. Noch immer leben die Kinder aus Ritschow in einem ungesunden Umfeld, wo sauberes Wasser aus dem Wasserhahn zum Luxus zählt. Eine Betäubung beim Zahnarzt koste 15 Euro. Für Sergej Kramenskis Eltern nicht bezahlbar.
Rudolf Küpper befreite Sergej zumindest von seinem Zahnweh. Die drei anwesenden Gastmuttis hatten mit ihren Gastkindern mitgebangt. Ernteten aufmunternde Worte des Arztes, der voll des Lobes Hedi Müller und ihren ehrenamtlichen Mithelfern im Patientenwartezimmer dankte. Arzt wie Verein verbinde eine Mission: Menschen zu helfen, hob er hervor. Das von Hedi Müller „toll aufgebaute Netzwerk“ sei einzigartig.