Bad Säckingen Ermittler fassen Brandstifter
Zerstört: Beim jüngsten Anschlag am frühen Samstagmorgen brannten zwei Autos der Sozialstation aus. Kurze Zeit später fasste die Polizei den mutmaßlichen Brandstifter. Bild: Bild: Obermeyer
Dem Mann wird vorgeworfen, innerhalb von zehn Tagen zwei Brandanschläge auf die Fahrzeuge der Sozialstation St. Martin in Bad Säckingen am Hochrhein verübt zu haben. Dabei entstand Sachschaden in Höhe von 70 000 Euro.
Fall Nummer eins ereignete sich am 2. August. Die Feuerwehr wurde gegen 2.30 Uhr zum Parkplatz der Sozialstation gerufen, der sich hinter der Heilg Kreuz Kirche unweit der Bundesstraße 34 befindet. Drei Autos standen in Flammen und brannten vollständig aus. Zwei weitere Fahrzeuge der Sozialstation wurden durch die Hitzeentwicklung beschädigt. Schnell stand für die Ermittler die Ursache des Feuers fest: Brandstiftung. „Es ist undenkbar, dass sich gleich drei Autos ohne fremdes Zutun entzünden“, war aus Polizeikreisen zu hören. Der jetzt verhaftete Mann, der im übrigen in der der Nähe der Sozialstation wohnte, war der Polizei bereits nach dem ersten Anschlag aufgefallen. Allerdings konnte ihm nicht nachgewiesen werden, dass er etwas mit der Sache zu tun hatte, so Polizeisprecher Paul Wißler.
Beim zweiten Vorfall sah das anders aus: Am Samstagmorgen, ebenfalls gegen 2.30 Uhr, wurde die Feuerwehr erneut zum Parkplatz der Sozialstation gerufen. Gemeldet wurde ein brennendes Fahrzeug. Bis zum Eintreffen der Helfer hatten die Flammen bereits auf ein zweites Auto übergegriffen. Beide Gefährte brannten aus.
Eine Polizeistreife konnte den 26-Jährigen wenig später in der Nähe des Tatorts aufgreifen. Er sei stark betrunken gewesen, so Polizeisprecher Wißler. Am Sonntag wurde er auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen einem Richter vorgeführt und in eine Entzugsklinik eingewiesen. Zu den genauen Hintergründen wollte sich die Polizei noch nicht äußern. Auch zu den Motiven des mutmaßlichen Täters werden noch keine Informationen veröffentlicht. Wißler dazu: „Alles weitere ist nun Gegenstand der weiteren Ermittlungen.“ Dazu gehört auch die Frage, welche Beziehung der 26 Jahre alte Mann zur Caritas als Trägerin der Sozialstation St. Martin hat.
Die Erleichterung bei der Caritas Hochrhein, der Trägerin der Sozialstation Bad Säckingen, war nach dem Fahndungserfolg der Polizei jedenfalls groß. Rolf Steinegger, der Leiter der Abteilung Gesundheits- und Krankenhilfe, sagte: „Wir sind überglücklich, wenn dieser Spuk jetzt wirklich ein Ende hat.“ Zwar habe der Betrieb bei der Sozialstation unter den beiden Anschlägen kaum gelitten, da die Mitarbeiter im Angesicht der Katastrophe „hoch professionell“ reagiert und ihre Touren mit ihren Privatautos absolviert hätten. Die Beschaffung von Ersatzfahrzeugen habe reibungslos funktioniert. Und außerdem habe es große Solidarität von allen Seiten gegeben.
Zugleich räumte Steinegger aber ein, dass spätestens nach dem zweiten Brandanschlag innerhalb „große Beunruhigung“ bei der Caritas geherrscht habe. „Dass jemand gezielt einer Organisation schaden will, die den Menschen hilft, ist nur schwer nachzuvollziehen. Jetzt bleibt die Frage nach dem Warum“, sagte Steinegger.
Fünf Autos der Sozialstation bei Brand zerstört