Hütten "Engpässe in der Notfallversorgung": Hütten jetzt offiziell Sonderlandeplatz für Hubschrauber

Um die Notfallversorgung am Hochrhein zu verbessern, hat das Regierungspräsidium Stuttgart die Umwidmung des Segelflugplatzes in Hütten zu einem Sonderlandeplatz genehmigt. Wie die Behörde mitteilt, ist ein gewichtiger Grund für die Entscheidung, dass "Engpässe in der Notfallversorgung am Hochrhein" erkennbar seien. Damit widerspricht die Stuttgarter Behörde auch vehement der Darstellung der Verantworlichen in Kreis und Spitäler-Geschäftsführung.

Hütten/Stuttgart (msb) Der Segelflugplatz in Hütten ist nun offiziell ein Sonderlandeplatz, von dem aus auch Hubschrauber starten dürfen. Das teilt das für Luftfahrtangelegenheiten zuständige Regierungspräsidium Stuttgart nun mit. Mit ein Grund für diese Entscheidung sei die aktuelle Situation in der Notfallversorgung im Kreis Waldshut gewesen, die von der Stuttgarter Behörde als nicht ausreichend eingeschätzt wird, weswegen viele Patienten per Helikopter abtransportiert werden müssten. Die Umwidmung in einen Sonderlandeplatz sei zum 31. Juli erfolgt. Damit sind die luftrechtlichen Voraussetzungen für den Hubschrauberflugbetrieb bei Tag und Nacht geschaffen. Der bisherige Motorflugbetrieb bleibe in Art und Umfang erhalten und werde nicht ausgedehnt.

Die Genehmigungsänderung zur Stationierung eines medizinischen Hubschraubers war erforderlich, weil die bessere Versorgung von Patienten und die Einhaltung von Rettungsfristen im südlichen Schwarzwald nur auf dem Luftweg per Hubschrauber erfolgen können, schildert die Behörde. "Hinzugekommen sind außerdem Engpässe in der Krankenhausnotfallversorgung am Hochrhein mit erforderlichen Sekundärtransporten per Hubschrauber in überregionale Kliniken", konstatiert die Behördensprecherin Desirée Bodesheim. Eben dies war von den Verantwortlichen im Landkreis Waldshut bisher vehement als "unsachlich" zurückgewiesen worden. Bis zuletzt hatte die inzwischen abgesetzte Geschäftsführerin der Spitäler Hochrhein GmbH Simone Jeitner an der Darstellung festgehalten, dass "die Notfallversorgung gesichert" sei. Im Übrigen hatte auch das RP Freiburg stets die Position vertreten, dass die Lage im Kreis Waldshut adäquat sei. Bei der Abwägung der Genehmigungsentscheidung durch das RP Stuttgart wurden derweil besonders der Schutz der örtlichen Bevölkerung und der Fremdenverkehr bedacht, betont die Behörde in ihrer Mitteilung.

Allerdings seien an Sonn- und Feiertagen ganztags, sowie an Werktagen nach 19 Uhr nur An- und Abflüge mit motorisierten Luftfahrzeugen vom und zum Sonderlandeplatz Hütten-Hotzenwald zulässig. Sogenannte "Platzrundenflüge" sind untersagt. Diese restriktive Regelung habe sich bereits an anderen Flugplätzen bewährt, begründet das RP Stuttgart. Auch wurde eine Auflage der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Waldshut umgesetzt. Zum Schutze von segelnden Vögeln an der Waldkante oberhalb der Stadt Wehr haben Hubschrauber im An- und Abflug bestimmte Mindestflughöhen einzuhalten.

Zur Erhöhung der Sicherheit im täglichen Flugbetrieb ist zudem die Installation eines hochmodernen Flugwetterdatenautomaten geplant. Dieses Gerät liefert fortlaufend Daten über aktuelle Wettererscheinungen wie Bodensicht, Temperaturen, Wolkenuntergrenzen, Windrichtung- und Stärke sowie Luftdruck. Diese Daten können geplant per Funk, Telefonansage oder über das Internet abgerufen werden und stehen nicht nur Hubschrauberpiloten, sondern auch anderen Luftfahrzeugführern lokal und überregional zur Verfügung.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Einzigartige Geschenke von Bodensee und Schwarzwald
Neu aus diesem Ressort
Bad Säckingen
Bad Säckingen
Bad Säckingen
Bad Säckingen
Bad Säckingen
Bad Säckingen
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren