Einen Ausbau der Sprachförderung für ihre Schützlinge wünschen sich mehrere Bad Säckinger Kindergärten. In manche Kindergärten kommen bereits zweimal pro Woche Fachkräfte, die von der Caritas eingestellt wurden.
Das Laufenburger Finanzierungsmodell
Für manche war dies bisher nicht vorgesehen, anderen reicht dies nicht. Darüber informierte Bürgermeister Martin Weissbrodt den Gemeinderat. Er kündigte an, dass die Sprachförderung in der Arbeitsgruppe „Kindergartenbelange“ besprochen wird.
Sie wird vom Land Baden-Württemberg bezuschusst und ist für Kinder mit Migrationshintergrund und deutsche Kinder mit sprachlichen Defiziten. Die Träger bezahlen dafür derzeit 450 Euro pro Monat und Kindergarten, die Stadt pro Jahr insgesamt 25 000 Euro.
Falls die Arbeitsgruppe erhebliche Mehrausgaben fordern sollte, muss der Gemeinderat laut Weissbrodt darüber entscheiden. In kleinem Umfang könne die Verwaltung selbst Optimierungen beschließen. Eine Finanzierung durch Unternehmen, wie in Laufenburg, erwartet Weissbrodt auch hier:
„In Zukunft müssen wir uns damit befassen, wie Unternehmen in die Finanzierung der Kinderbetreuung einsteigen können. Mittelfristig wird es ein ganz aktuelles Thema, auch in ganz Deutschland, was die Unternehmen für ihre Mitarbeiter tun können.“
In Wallbach ist der Bedarf ganz akut. Laut Erzieherin Miriam Eckert sind viele Kinder mit Migrationshintergrund aus der Kernstadt neu dazugekommen. Eine gezielte Sprachförderung gebe es bisher nicht. „Wir haben sie beantragt. Ich schätze, dass acht bis zehn Kinder Förderung brauchen, von denen zwei deutsch sind“, erzählt Eckert. Im Kindergarten Arche Noah in Bad Säckingen ist der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund laut Erzieherin Ancilla Wehrle „sehr hoch“.
Zwar findet dort bereits Sprachförderung statt, sie müsse aber ausgebaut werden. „Demnächst fängt eine durch das Kultusministerium bezuschusste Förderung für Kinder an, die ein Jahr vor der Einschulung stehen“, schildert Wehrle. Dieses Angebot können alle Kinder nutzen, bei denen die Einschulungsuntersuchung einen Bedarf aufgedeckt hat.
Die Kindergärten St. Gallus und St. Vincentius bräuchten laut Leiterin Ute Wycisk noch Kapazitäten, um die Sprachförderung für deutsche Kinder anzubieten. Mit den sechs zur Verfügung stehenden Stunden pro Woche sei sie nur für Kinder mit Migrationshintergrund möglich.
„Wir wollen nicht, dass eine neue Kraft eingestellt wird, wir bräuchten nur eine Stunde pro Woche mehr“, erklärt Wycisk. In den Ortsteilen, im Waldkindergarten und bei Treffpunkt Kinder reicht die bisherige Sprachförderung nach den Angaben der Stadt aus.