Festspielgemeinde bringt Polit-Satire „Der Deckel bleibt zu“ auf die Bühne
– Die Festspielgemeinde Bad Säckingen steckt bereits mitten in der Probearbeit zur Komödie „Der Deckel bleibt zu“ von David C. Hyer. Vom Verlag hat sie die Rechte für die deutsche Uraufführung erworben. Die Premiere ist am 9. März.
„Der Deckel bleibt zu!“ - Gemeint ist der Deckel des Sarges des just verstorbenen Senators. Vielleicht aber auch der von Marty. Oder doch der von Doris? Man weiß es nicht so genau. Denn da werden Särge ausgetauscht und Leichen verschoben, dass es eine Freude ist. Natürlich führen die Verwechslungen zu Verwicklungen. Doch hinter der Verwechslungsfarce steckt eine bissige Polit-Satire. Der Senator ist tot. Es lebe der Senator! Wer immer es auch sein wird: Denn berufen fühlen sich viele: Willkommen in der Realität. Mit unverhohlener Selbstüberschätzung und frei von jeder Befähigung buhlt jeder Dahergelaufene um den frei gewordenen Sitz im Senat.
Zur Auswahl stehen die „verwitwete“ Geliebte, die Exfrau, der versoffene reiche Bruder, der etwas unterbelichtete Gouverneurssohn sowie eine Hausfrau auf Drogen. Sogar der Verblichene selbst soll nochmal ins Rennen geschickt werden. Schließlich wird er seit seinem dramatischen Abgang als Nationalheld verehrt. Als solcher soll er posthum mit einem Orden ausgezeichnet und öffentlich aufgebahrt werden. Dumm nur, dass sein Dahinscheiden alles andere als heldenhaft war. Und dann verschwindet auch noch seine Leiche spurlos. Wer schlussendlich im Kapitol in der öffentlichen Aufbahrung landet und was es mit den mysteriösen lila Eichhörnchen auf sich hat, das erfährt man im Bestattungsinstitut der Festspielgemeinde. In der Inszenierung von Renate Kraus geht es dabei zuweilen makaber, aber nie pietätlos zu.