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Bad Säckingen Auch ein sicherer Tipp kann zu Verlusten führen

14.02.2012
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SÜDKURIER-Serie zu Finanzanlagen: Wie Gerd Müller mit einem offenen Immobilienfonds Schiffbruch erlitt

– Gerd Müller schwört auf seine Versicherung. Der Leiter des örtlichen Versicherungsbüros ist Ansprechperson in allen Vermögensfragen. Müller empfand es deshalb auch als ganz selbstverständlich, dass bei der Fälligkeit seiner Lebensversicherung gleich ein Anlageangebot folgte: DEGI International, ein sogenannter Offener Immobilienfonds. Das war im Jahr 2005 und Müller hatte in den nächsten vier Jahren keinen Zweifel, dass das genau die richtige Anlage für ihn war. Ende 2009 war die Anlage deutlich wertvoller geworden und das in einer vollkommen gleichmäßigen wenn auch mäßigen Aufwärtsentwicklung.

Dann gab es allerdings Schwierigkeiten: Im November 2009 wurde der Fonds geschlossen, das heißt, es konnten keine Anteile mehr zurückgegeben werden. Müller saß also auf seiner Anlage fest und das, obwohl sein Berater ihm versprochen hatte: „Da kommst Du jederzeit wieder dran!“ Jetzt sagte er: „Das wird schon wieder, das ist ein guter Fonds!“ Müller wartete also ab – was blieb ihm auch anderes übrig. Die Schließung wurde nicht aufgehoben. Im November 2011 wurde dann bekanntgegeben, dass der Fonds endgültig liquidiert werden muss. Dieser Vorgang muss laut Gesetz nach drei Jahren abgeschlossen sein.

Müllers Ehefrau Doris, Finanzbeamtin, wollte das alles jetzt mal genau wissen und begann im Internet zu recherchieren und dann zu rechnen: Bezahlt wurde für die Anlage seinerzeit insgesamt 21 000 Euro. In diesem Betrag enthalten waren 5 Prozent = 1000 Euro Ausgabeaufschlag. Für 20 000 Euro wurden Fondsanteile erworben. Bis 2009 stieg der Anteilspreis tatsächlich so, dass aus den 20 000 immerhin 24 000 Euro geworden waren. Zum Jahresende 2011 jedoch war der Gewinn wieder weg, also ein Verlust von rund 1000 Euro – den Ausgabeaufschlag eingerechnet.

Das Problem: Müllers hatten ja jetzt noch immer die Anteile, die man nicht zurückgeben kann. Da hörten Sie davon, dass man solche Fondsanteile auch an einer Börse verkaufen kann. Tatsächlich, im Internet fanden Sie bei www.maxblue.de den aktuellen Kurs. Nur lag der um 30 Prozent unter dem „offiziellen“ Rücknahmepreis. Insgesamt hätten sie 7000 Euro eingebüßt.

Mittlerweile haben die Müllers gegen die Versicherungsgesellschaft Klage eingereicht, denn deren Vertreter hat sie ganz eindeutig falsch beraten, weil er die Anlage als total sicher und jederzeit verfügbar bezeichnet hatte, was beides nicht zutrifft. Derzeit sieht das Ehepaar Müller dem weiteren Verlauf mit großer Zuversicht entgegen.

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