Wehr Anpacken fürs Gemeinwohl
Sie organisieren den ersten Freiwilligentag in Wehr und hoffen auf das ehrenamtliche Engagement der Bürger: Anneli Ahnert (links) von der Caritas und Sozialpädagogin Anja Schwarz. Bild: Obermeyer
Wehr - "Dies ist der erste Freiwilligentag im Landkreis Waldshut", erklärt Anneli Ahnert von der Caritas in Bad Säckingen, die zusammen mit der Sozialpädagogin Anja Schwarz die organisatorischen Fäden in der Hand hält. Schwarz studiert derzeit in Berlin Sozialmanagement und schreibt ihre Abschlussarbeit über den Wehrer Freiwilligentag.
Die Idee zu dem Ehrenamtstag hatte Ahnert schon im vergangenen Jahr: "Wir wollen Vereine, Privatpersonen, Schulen und Unternehmen dazu bewegen, sich ehrenamtlich zu engagieren", erklärt sie das Ziel. Möglichkeiten dazu gibt es viele: Einen ganzen Katalog von Vorschlägen haben die beiden Organisatoren schon zusammengestellt: Von Vorlesestunden für Senioren über Renovierungsarbeiten in Kindergärten bis zu Stadtführungen für Blinde oder eine Putzete an der Wehra - es gibt zahllose Projekte, die freiwillige Helfer brauchen. Ahnert ist sich sicher, dass auch aus der Bevölkerung noch weitere Vorschläge kommen werden. Denn die Bürger wissen natürlich selbst am besten, wo ehrenamtliches Engagement etwas bewegen könnte. Über das Internet können ab sofort Ideen gesammelt werden. Wichtig ist dabei, dass die Aktionen an einem Tag zu schaffen sind und am Samstag, 27. September beendet werden können. Es sollten auch nur Arbeiten sein, die nicht zu den eigentlichen Aufgaben der Stadt gehören. Denn es gehe nicht um die Entlastung der städtischen Finanzen, sondern darum, dass die Bürger etwas Gemeinnütziges auf die Beine stellen. "Soziales Engagement stärkt das Wir-Gefühl", weiß Schwarz. Zum Abschluss des Freiwilligentages soll deshalb ein großes Helferfest stattfinden - auch als Belohnung für die vielen Aktiven.
"Über diesen einen Tag verpflichten sich die Helfer zu nichts", erklärt Ahnert. Dennoch glaubt sie, dass die Aktionen dauerhaft und nachhaltig sein werden. "Der Freiwilligentag könnte für manchen der Einstieg in ehrenamtliche Arbeit sein", hofft auch Schwarz. Manch einer scheue die Verantwortung in einem Verein und möchte sich daher nur an einer einmaligen Aktion beteiligen. Wenn er aber erst einmal Kontakte geknüpft habe, bleibe er dabei, so die Erfahrung Ahnerts.
Als die Caritas im vergangenen Jahr mit der Idee an Bürgermeister Thater herantrat, war dieser sehr angetan und erklärte sich bereit, die Schirmherrschaft zu übernehmen. "In Wehr ist das ehrenamtliche Engagement schon sehr stark etabliert", erklärt Ahnert, warum sich die Caritas die Stadt für den ersten Ehrenamtstag im Landkreis ausgesucht hat. "Und die Zusammenarbeit mit der Stadt funktioniert bisher auch sehr gut." Auch wenn bis Ende September noch viel Zeit ist: Die Vorbereitungen für den ersten Freiwilligentag laufen schon jetzt auf Hochtouren. Eine Arbeitsgruppe mit Verantwortlichen von Caritas, Bürgerstiftung, Stadtseniorenrat, Jugendhaus und Kindergärten soll sich regelmäßig treffen und die Projekte im Detail planen. Auch ein eigenes Logo soll noch entworfen werden.
