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Bad Säckingen Alternative zu Atdorf

Um die Zukunft der Energiewirtschaft ging es am Mittwoch im evangelischen Gemeindehaus in Bad Säckingen. Stephan Rieke von der Firma Solar Fuel sprach über Energiespeichermöglichkeiten.

Fazit des Abends: Es gibt gute Alternativen zu Pumpspeicherkraftwerken wie Atdorf. Bei der Frage nach Alternativen ging es konkret um das so genannte „Power to Gas-Verfahren“. Eingeladen hatte die Bürgerinitiative für den Erhalt des Haselbachtals sowie die lokalen Vertreter des BUND und der Grünen.

Das Thema stieß bei der gut besuchten Veranstaltung auf Interesse – wohl nicht zuletzt deshalb, weil der mögliche Bau des Pumpspeicherwerks viele Menschen in ihrem direkten Lebensumfeld betrifft. Stephan Rieke, gelernter Ingenieur und heute Vertriebsleiter von Solar Fuel, gelang es, das Thema anhand von Beispielen deutlich zu machen. „Die eierlegende Wollmilchsau zur Energiespeicherung gibt es nicht, jede Speichertechnologie hat ihre Vor- und Nachteile. Entscheidend ist die Kombination“, umriss er das Problem. Rieke: „Würden alle Pumpspeicherkraftwerke gleichzeitig Strom erzeugen, würde das den Energiebedarf in Deutschland nur wenige Minuten decken.“ Würden 40 Millionen Elektroautos ihre Batterien ins Stromnetz einspeisen, würde auch das den bundesweiten Bedarf nur für sechs Minuten decken. Eine sinnvolle Möglichkeit sieht er jedoch im bundesweiten Gasnetz als Speichermedium. Dabei wird überschüssiger Strom in Gas umgewandelt und im Gasnetz zwischendeponiert. Dieser Speicher könne Energie für Monate bereitstellen. Für dieselbe Speicherkapazität wären nach Worten des Ingenieurs 2500 Pumpspeicherwerke nötig. „Da macht der Bau von Atdorf keinen wirklichen Sinn“, verdeutlicht der Ingenieur.

Allerdings gebe es bei der Methanisierung von Strom noch Probleme, die wir lösen müssen, räumte er ein. „Der Wirkungsgrad von Power-to-Gas reicht noch nicht an die eines Pumpsspeicherwerks heran. Die neue Technologie ohne Subventionen vorwärts zu bringen, werde schwierig, erklärt er, sie entwickle sich aber schnell weiter. „Bis in zehn Jahren, wenn Atdorf gebaut wäre, wären wir schon technisch überlegen“, betont er den Faktor Zeit. Aktuell baue seine Firma eine Pilotanlage für Audi, bei der Windstrom in Gas umgewandelt werde. „Da Energie im Mobilitätssektor doppelt so teuer ist wie Strom, können Power-to-Gas-Anlagen nach Meinung von Audi in diesem Segment wirtschaftlich betrieben werden“, so Rieke. Laut ihm könnte erneuerbares Methan aus Ökostrom, die Zukunft für die Mobilität in Deutschland sein – „Audi jedenfalls glaubt daran.“

Das Prinzip: Überschüssiger Strom, etwa durch Windkraftanlagen, wird in mehreren Schritten unter Verwendung von Kohlendioxid zu Methan verarbeitet und kann im vorhandenen Gasnetz in großen Mengen und über lange Zeitperioden gespeichert werden.

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