Bad Säckingen/Stein – Seit über achtzig Jahren engagiert sich der grenzüberschreitende Verein mit seinen mittlerweile über 850 Mitgliedern. Am Samstag konnte die Vereinigung eines der größten Projekte seit Bestehen zum Abschluss bringen, im Saalbau in schweizerischen Stein wurde das große Sagenbuch präsentiert.
„Endlich mal ein Buch, dass so ganz ohne Anglizismen und neudeutsche Wörter auskommt“, begrüßte Hansjürg Güntert von der Gemeinde Stein die Gäste der Vernissage. Riesig war das Interesse schon am Tag der Präsentation, über 700 Vorbestellungen gab es vorab. Die erste Auflage von 2500 Sagenbüchern dürfte also schnell vergriffen sein, hofft Adelheid Enderle, Vizepräsidentin der Fricktal-Badischen Vereinigung. Sie war sichtlich überrascht ob des großen Andrangs zur Vernissage. Rechtzeitig zu den kalten Tagen im Herbst im Handel sei das Buch, freute sich auch Rudolf Steiner. Er hat mitgewirkt an der Audio-Bearbeitung des Sagenbuches, denn zur Ausgabe gehört auch eine CD, auf der einige der schönsten Sagen von Mundartsprechern aufgenommen wurden. Auch Heidi Knoblich, die bekannte Autorin aus Zell im Wiesental, las mit. Sie lieh den „Erdmännle aus der Haselhöhle“ ihre Stimme. Musikalisch untermalt wurde die Vernissage vom Trio Roland Kroell, Claudia Ailyn Libor und Hans Gino Suter. Sie brachten stimmungsvoll die Sagen um die Namensgebung der Stadt Waldshut auf die Bühne.
Der Fricktalisch-Badischen Vereinigung für Heimatkunde ist mit dem Sagenbuch ein wirklich umfangreiches Werk gelungen, das es in dieser Art noch nie gegeben hat. Schon der Name des Buches, „Tannhupper und Leelifotzel“, lässt erahnen, wohin die Reise geht. Auf über 400 Seiten wird übersichtlich gegliedert nicht nur ein ansprechender Überblick der Sagenwelt im Fricktal, dem Hotzenwald und der Rheinebene gegeben, sondern ein detailliertes Abbild der Sagenwelt in der Region. Über 500 Sagen, von denen immerhin 150 aus dem Badischen stammen, erzählen von alten Zeiten, mystischen Ereignissen und zum Teil recht amüsanten Gegebenheiten. Maßgeblichen Anteil am Zustandekommen des Sagenbuches hatte der aus Frick-Obergipf stammende Werner Fasolin. Über 20 Jahre Sammelleidenschaft, die ihren Ursprung in den bisher erschienenen Sagenbüchern des Vereins hat, finden sich wieder. Die Vernissage am Samstag schien wie ein Ritterschlag. Der Dank Fasolins galt vor allem den vielen Helfern, die mit ihren Funden, den zum Teil nur mündlich von Generation zu Generation weitergegebenen Sagen, das Buch zu einem kleinen Schatz machen.
