Albbruck Ökumenischer Gottesdienst: Pfarrer Detlev Jobst fordert Miteinander statt nebeneinander

Bei seinem Abschiedsgottesdienst in Albbruck, der erste ökumenische in der St. Josefskirche, ermuntert der scheidende Laufenburger evangelische Pfarrer Detlev Jobst zu mehr Mut für die Ökumene. Mittelpunkt des Gottesdienstes war auch Martin Luther und das Jubiläum zur Reformation.

In einer bisherigen Einmaligkeit fand in der St. Josef-Kirche in Albbruck ein ökumenischer Gottesdienst statt, an dessen Ende Pfarrgemeinderatsvorsitzende Susanne Läule von einem "beeindruckenden Erlebnis" sprach, das wiederholt werden sollte. Dieser kirchliche Anlass war ebenso dem Jubiläum 500 Jahre Reformation gewidmet, wie auch der Begegnung der zur Seelsorgeeinheit Laufenburg-Albbruck gehörenden Katholiken und den evangelischen Mitchristen aus der Kirchengemeinde Albbruck-Görwihl. Zudem war der bevorstehende Abschied von Detlev Jobst aus Laufenburg ein weiterer Grund, gemeinsam den Glauben zu bekennen.

Umrahmt wurde die kirchliche Feier mit Pfarrer Klaus Fietz, Kooperator Hans-Joachim Greulich, der Albbrucker evangelischen Pfarrerin Heidrun Moser und ihrem bisherigen Amtskollegen aus Laufenburg, von dem aus vier Kirchenchören bestehenden Projektchor unter der Leitung von Melanie Bächle, begleitet von Jonas Ebner an der Orgel und dem evangelischen Posaunenchor aus Bad Säckingen unter der Leitung von Jürgen Thun.

Gemeinsam feierten die katholischen Geistlichen, Kooperator Hans-Joachim Greulich und der Leiter der Seelsorgeeinheit Laufenburg-Albbruck Klaus Fietz, mit dem Laufenburger evangelischen Pfarrer Detlev Jobst und Pfarrerin Heidrun Moser von der Kirchengemeinde Albbruck-Görwihl (von links) den ökumenischen Gottesdienst.
Gemeinsam feierten die katholischen Geistlichen, Kooperator Hans-Joachim Greulich und der Leiter der Seelsorgeeinheit Laufenburg-Albbruck Klaus Fietz, mit dem Laufenburger evangelischen Pfarrer Detlev Jobst und Pfarrerin Heidrun Moser von der Kirchengemeinde Albbruck-Görwihl (von links) den ökumenischen Gottesdienst.

"Wir wollen die Ökumene weiter voranbringen", waren sich die Geistlichen einig und erbaten mit den Gottesdienstbesuchern den Segen Gottes für das gemeinsame Tun und Streben, all das zu stärken, was die Konfessionen verbindet. Ob in Gebeten, in Fürbitten und vor allem auch in der Predigt war dies das große Anliegen. Bei aller Ernsthaftigkeit hatte Detlev Jobst seine Gedanken in einen, mit dem Reformator Martin Luther geführten, "Briefwechsel" eingebettet. Dieser regte zum Schmunzeln an und löste Nachdenklichkeit aus. Dankbar sei er, feststellen zu können, dass aus dem einstigen Weg nebeneinander ein Weg miteinander geworden sei.

Wenn auch "bei der Obrigkeit in der katholischen Kirche mehr Bewegung wünschenswert" wäre, so wachsen in den Gemeinden deutlich die Gemeinsamkeiten, die allerdings noch mehr Mut bräuchten. "Stärken und Schwächen sollten künftig einfach noch mehr gemeinsam getragen werden", sagte Detlev Jobst. Gemeinsamkeit kam auch bei der Aufteilung der Sonntags-Kollekte zum tragen. Während von katholischer Seite das Caritas-Kinderheim in Bethlehem unterstützt wird, kommt der evangelische Anteil Internatsschulen für christliche und muslimische Kinder im Libanon und Jordanien zu gute.

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