Albbruck Ein Naturcampingplatz ist der Traum von Stefan Maise und Claudia Becker

Die zwei Unteralpfener Stefan Maise und Claudia Becker möchten auf ihrem Grundschtück im Bereich Im Dörfle in Unteralpfen einen Naturcampingplatz errichten. Anwohner befürchten allerdings Beeinträchtigungen.

Auf seinem eigenen Gelände am Ortsrand von Unteralpfen, im Bereich Im Dörfle, möchte Stefan Maise zusammen mit seiner Lebensgefährtin Claudia Becker seinen Traum von einem Naturcampingplatz verwirklichen. Doch als er in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses des Gemeinderats sein Projekt vorstellte, meldeten sich die Anlieger zu Wort, weil sie durch den Campingbetrieb Lärm und anderes Ungemach befürchteten. Von den benachbarten Landwirten wurden auch die eigenen Lärm- und Geruchsemissionen ins Feld geführt, das würde die Ruhe der Camper stören, da sei Ärger vorprogrammiert.

Dazu sagte Stefan Maise: „Ich nehme die Bedenken der Landwirte sehr ernst, zumal auch mein eigener Sohn Landwirtschaftsmeister ist.“ Andererseits stellte er aber auch fest: „Ich habe seit 15 Jahren auf diesem Gelände einen Garten und es gab nie Probleme durch Geruch oder Lärm.“ Außerdem werde in der Saison, also wenn Gäste auf dem Platz seien, kaum oder höchstens an Regentagen Gülle ausgebracht. Zudem sei die Zahl der Stellplätze für Campingmobile und Zelte relativ klein, es seien völlig falsche Zahlen im Umlauf.

Das fragliche Areal besteht aus einem Geländestreifen, etwa 30 mal 200 Meter groß, der sich an einer Grünhecke entlangzieht. Im oberen Drittel sind neun Stellplätze für Wohnmobile geplant und drei kleinere, etwa für VW Busse. Dann folgt der autofreie Bereich, abgetrennt durch eine Hecke. Auf dem zweiten Drittel, dem Zeltbereich, werden sieben bis zehn Rondelle für Zelte eingerichtet. Vorgesehen sind unter anderem auch zwei kleine Teiche und ein Boule-Platz, eine Jurte, ein Schäferwagen, ein Kinderspielplatz sowie eine Fahrradladestation und Mobilentladestation.

Claudia Becker möchte gerne den Charakter des bereits vorhandenen Naturgartens erhalten und auf das gesamte Gelände ausdehnen. „Unser Ziel ist, ein Zertifikat als Eco-Campingplatz zu bekommen“, erklärt sie. Im unteren Drittel sind Maschinenschuppen und Materiallager geplant. Im Zentrum befindet sich ein Grillpavillon. Von hier aus gemessen, liegen die Wohnhäuser im Bereich Im Dörfle in einer Entfernung von 192 bis 306 Metern, die beiden Aussiedlerhöfe oberhalb in einer Entfernung von 201 und 261 Metern. Optisch würde die Gesamtanlage kaum ins Gewicht fallen, da der Einblick durch den Grüngürtel stark eingeschränkt ist.

Ein entscheidender Faktor in der Planung ist die Zufahrt. Sie soll an der oberen Seite angelegt werden, im Bereich der beiden Aussiedlerhöfe. Sie muss feuerwehrtauglich sein, das heißt eine ausreichende Breite und Tragfähigkeit haben. Diese Voraussetzungen würde ein Schotterrasenweg erfüllen, der optisch einer Magerwiese ähnelt und keine Bodenversiegelung erforderlich macht. Die Regie auf dem Platz wollen Stefan Maise und seine Lebensgefährtin selbst führen. Wenn sie auch nicht selber ständig auf dem Platz wohnen werden, so haben sie doch ihr Haus in unmittelbarer Nachbarschaft.

Dass eine große Nachfrage nach Campingplätzen besteht, wurde ihnen immer wieder bestätigt, berichtet Stefan Maise. Der nächste Zeltplatz ist der Rheincampingplatz in der Schmittenau mit 50 Standplätzen. „Der Platz ist in der Hauptsaison ständig überbelegt, obwohl er nahe der B 34 liegt“, so Stefan Maise. Auch vom Betreiber des Platzes wurde ihm versichert, dass größerer Bedarf vorhanden sei. Des Weiteren verwies Maise auch auf eine Studie zum Wirtschaftsfaktor Camping, wonach jeder Wohnmobilist außerhalb des Campingplatzes 37,20 Euro pro Kopf und Tag ausgibt. „Dies wäre für Unteralpfen und die Tourismusregion Albbruck sicher ein wirtschaftlicher Vorteil.“

Wie geht es weiter? Sowohl der Tourismusbeauftragte als auch das Landratsamt haben sich positiv zu dem Projekt geäußert. Auch Bürgermeister Stefan Kaiser begrüßte in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses eine Erweiterung des Angebots an Übernachtungsmöglichkeiten. Allerdings wurde nichts entschieden. Beschlossen wurde, sich erst ein Bild von der Lage zu machen und dazu am Montag, 18. September, 16 Uhr, einen Vor-Ort-Termin durchführen. Dazu sind auch Anlieger und interessierte Bürger eingeladen. Stefan Maise und Claudia Becker sind zuversichtlich, dass sie sich mit den Anliegern einigen. Vorab bieten sie einen Informations- und Erfahrungsaustausch per E-Mail an (naturcamping.unteralpfen@gmail.com).

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