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Albbruck Aus Liebe zum Schauspiel

09.02.2012
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Sänger des MGV Frohsinn spielen jedes Jahr Theater: Die Tradition existiert schon seit 60 Jahren

– Wenn sich die Sänger des MGV „Frohsinn“ Birkingen am heutigen Donnerstag zur Hauptversammlung treffen, dann dominiert im Rückblick auf die Aktivitäten des vergangenen Jahres sicherlich der Lieder- und Theaterabend. Seit 60 Jahren standen alljährlich Vereinsmitglieder als Laienspieler auf der Bühne. Zu den erfahrensten Darstellern zählt Erwin Eckert. Das „Kuchelbacher Urgestein“, wie der Vorsitzende Anton Sattler den 68-Jährigen bei der Ehrung für seine 50-jährige Sängertreue bezeichnete, erinnerte sich sehr gut an seine schauspielerischen Anfänge.

1961 stand Erwin Eckert erstmals auf der Bühne. Damals hatte der an der Birkinger Dorfschule unterrichtende Hauptlehrer Karl Haas bei dem Stück „Ein Dutzend Eier“ Regie geführt. „Es ging immer recht lustig zu“, versicherte der gelernte Schreiner. Bis heute ist Eckert beim Kulissenaufbau federführend. Der Holzfachmann weiß in handwerklichen Fragen immer Rat.

Daran, wie es damals im Gasthaus „Kranz“ während der Proben und den Aufführungen zuging, erinnert sich auch Meinrad Schäfer: 46 Jahre lang war der heute 70-Jährige als Souffleur in das Theater eingebunden. „Im Kranz war es so eng, dass die Akteure den Ausgang durchs Fenster nehmen mussten“, erinnert sich Schäfer, „in Ermangelung eines Bühnenvorhangs musste ich sogar von der ersten Reihe aus soufflieren“.

Spaß am Theater hatte auch Friedrich Westermann (68). Selbst als der Schulmeister nach Tiefenstein versetzt wurde, führte er weiter Regie – insgesamt 37 Jahre lang. Kuriose Situationen hat er dabei mehrfach erlebt: „1969 musste das Weihnachtstheater kurzfristig wegen der Grippewelle ausfallen. Aus dem vom Jagdpächter für die Tombola gestifteten Hasen wurde dann ein Hasenmenü bei der Kranz-Wirtin Klara.“

Während die meisten Theaterspieler Probleme mit Hochdeutsch haben, ist der alemannische Dialekt von Anton Sattler seit 1987 eine wahre Bereicherung. Nach kleineren Rollen wurde er rasch zum Hauptdarsteller und bewies stets aufs Neue, dass ihm Rollen wie ein gestandener Bauer, ein kirchlicher Würdenträger oder die eines einfallsreichen Bürgermeisters auf den Leib geschrieben sind.

Dafür verzichtet der Vorsitzende des MGV Birkingen vor Weihnachten auf jegliche Freizeit. Schließlich standen immer Kirchenchorproben an und die weihnachtliche Dekoration in der Kirche musste vorgenommen werden. Allem voran geht es um das Rollenstudium, für das sich Anton Sattler üblicherweise in den Heizraum zurückzieht.

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