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11.05.2012  |  von  |  4 Kommentare

Konstanz Nur noch zwei Spuren für Autos am Bahnhofplatz

Konstanz -  Die provisorische Begegnungszone am Bahnhof nimmt Gestalt an. Auf der anderen Seite der Altstadt soll zudem bald die Laube saniert werden.

Die provisorische Begegnungszone am Bahnhof wird auf einer Tafel erläutert: (von links) Erich Böhler (Stadtverwaltung), Christoph Bauer (Architekt), Markus Heier (Stadtverwaltung) und Bürgermeister Kurt Werner.  Bild: Hanser



Autofahrer können sich bereits an die künftige Verkehrsregelung am Bahnhofplatz gewöhnen. Es gibt in jede Richtung nur noch eine Spur für den motorisierten Verkehr. Am künftigen Stadtboulevard mit viel Aufenthaltsqualität für Passanten wird eifrig gebaut. Die provisorische Begegnungszone soll schon Ende Juni in die Probephase gehen. Bürgermeister Kurt Werner: „Sie ist für uns der Einstieg in einen stadtverträglichen Verkehr.“

Es stehen weitere Baustellen auf dem Altstadtring an. Zwischen Fischmarkt und Marktstätte wird in den kommenden Wochen ein beidseitiger Radweg angelegt. Außerdem soll ab Herbst die Obere Laube saniert werden, es sind neun Monate Bauzeit vorgesehen. Für den Abschnitt zwischen Schulstraße und Schnetztor will die Stadt rund 1,45 Millionen Euro investieren. Die Verwaltung rechnet mit Zuschüssen in Höhe von 795 000 Euro.

Die Sanierung ist dringend nötig, Anwohner berichten von starken Erschütterungen der Häuser durch den Verkehr, da die Straße in so schlechtem Zustand ist. Die Verwaltung geht außerdem davon aus, dass viele Autofahrer wegen des Belags auf die Achse Bahnhofplatz-Bodanstraße ausweichen.

Der Gehweg auf der Seite der Altstadt soll deutlich breiter werden, um Passanten mehr Raum zu geben. Die Parkplätze zwischen den beiden Fahrbahnen bleiben größtenteils erhalten. Erst wenn zusätzliche Alternativen im Altstadtbereich bereit stehen, sollen sie aufgehoben werden, um den Boulevard in der Laube bis zum Schnetztor zu verlängern. Wegen der Arbeiten müssen aber einige Bäume gefällt und neue nachgepflanzt werden, berichtet die Stadtverwaltung.

Der Technische Ausschuss beschloss am Donnerstagabend mehrheitlich, eine kombinierte Bus- und Fahrradspur in der Laube einzuplanen. Kurt Werner hatte vorgeschlagen, in dieser Frage zunächst die Ergebnisse des Mobilitätsforums abzuwarten. Das letzte Wort hat der Gemeinderat. Prinzipiell wurde die Sanierung begrüßt. Anne Mühlhäußer (FGL): „Der jetzige Gehweg ist eine Katastrophe.“

Arbeiter haben am Bahnhofplatz die Erläuterungstafel für die provisorische Begegnungszone aufgestellt. Tempo 20 gilt bereits. Die Fußgängerbereiche des künftigen Stadtboulevards werden zunächst im Bereich der Sparkasse und beim ehemaligen Finanzamt gebaut. Es folgen die Arbeiten bei der Ladenzeile und beim Schweizer Bahnhof. Danach sind die Bereiche auf Höhe des Bahnhofs an der Reihe. Ende Juni soll alles bereit sein für die Versuchsphase bis Ende des Jahres.

In der Begegnungszone werden breite Bereiche für die Fußgänger und Sitzbänke zum Verweilen einladen. Im Provisorium werden Bäume in Kübeln für Flair sorgen, später wird eine Allee gepflanzt. Damit soll eine Qualität wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts erreicht werden, als ein breiter Boulevard bestand. Ein Bild aus dem Jahr 1906 zeigt ihn mit seinen langen Baumreihen.

Die im Provisorium noch asphaltierten Gehwege werden durch geschlängelte grüne Linien markiert. Erst im endgültigen Ausbau werden die Oberflächen mit einem aufwändigeren Belag gestaltet. Grün ist auch die Leitfarbe im Stadtboulevard. „Mit bescheidenen Mitteln bekommen wir die Idee umgesetzt“, sagt Bürgermeister Kurt Werner. Das Tempo wird bewusst verlangsamt, um den Durchgangsverkehr zu verlagern. Daneben strebt die Stadt ein Miteinander aller Verkehrsteilnehmer am Bahnhof an.

Die ursprünglich geplante Bushaltestelle in der Bahnhofstraße wird nicht umgesetzt. Da in diesem Bereich Tische und Stühle von Gaststätten stehen, wird davon abgesehen.

In das Provisorium investiert die Stadt rund 177 000 Euro. Nach dem Test soll die endgültige Begegnungszone nach dem Willen der Stadtverwaltung kommendes Jahr eingerichtet werden. Letztlich entscheidet darüber der Gemeinderat, er muss die Kosten in Höhe von rund 2,6 Millionen Euro in den städtischen Haushalt aufnehmen.


 

Die Begegnungszone am Konstanzer Bahnhof sorgt für viel Diskussionsstoff.

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Na hoffentlich....
Hoffentlich halten sich die Radfahrer auch an das Tempolimit!!! mehr ...
Bahnhofsplatz
Ich finde es sehr erfreulich, dass Radfahrer zukünftig gefahrloser den Bahnhofsplatz befahren ... mehr ...
Radfahrer
Ich finde sehr gut das es endlich einen Radweg zwischen Fischmarkt und Bahnhof gibt. mehr ...
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