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Villingen-Schwenningen:  Berlin macht sich über VS lustig

31.08.2012

Das Prime-Time-Theater in Berlin-Wedding  Bild: hebsacker

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Eine Theaterkomödie in der Bundeshauptstadt rückt das schwäbisch-alemannische Villingen-Schwenningen ins Rampenlicht – als Negativbeispiel für ganz Baden-Württemberg. Der Schlussgag erweist sich dabei als schallende Ohrfeige für stolze Bürger der Doppelstadt im Südwesten.

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Eine Bühnenkomödie in einem Theater in der Bundeshauptstadt Berlin rückt Villingen-Schwenningen ins Rampenlicht – doch leider nur als Verhohnepipelung der „Baden-Württemberg-Stadt“. Ein Besucher aus VS musste daher mächtig leiden, als er das Stück mitverfolgte.

Viele Badener und Schwaben zieht es ja nach Berlin, zählt die Hauptstadt doch als besonders spannend und wirkt auf Kreative aller Art überaus anziehend. Nun, Schwaben oder Alemannen sind natürlich auch kreativ, gründen dort Bäckereien und Spezialitätenrestaurants oder produzieren Filme.

Dabei können sie vor allem eines: besonders gut arbeiten und sich demzufolge auch die schick sanierten Wohnungen am Prenzlauer Berg leisten. Dazu wissen sie sehr viel und manches vielleicht sogar ein bisschen besser und halten damit auch nicht unbedingt hinter dem Berg.

Soweit so gut: Südwest-Menschen sind also sehr wichtig, quasi unentbehrlich. Da sollten die Berliner doch dankbar sein, dass Tausende aus dem Südwesten zu ihnen kommen. Sollte man meinen.

Aber weit gefehlt: Den Hauptstädtern passt es nämlich gar nicht in den Kram, dass ihnen wohlmeinende Besserwisser die billigen Wohnungen wegnehmen und einfach so auftrumpfen, weil sie halt sind, wie sie sind. Also schimpft der Berliner immer lauter und lässt kein gutes Haar an Alemannen und Schwaben.

Das ließe sich ja alles verkraften, aber Berlin schimpft jetzt nicht mehr nur, sondern schlägt zurück, und das auf der Bühne der Öffentlichkeit. Ein Mann aus Villingen-Schwenningen, der alljährlich an den Regierungssitz reist, die Szene begutachtet und schon so manch Kurioses sah, hat jetzt den ultimativen Schock erlebt. Es scheint in Berlin tatsächlich Mode geworden zu sein, den Schwaben ganz allgemein mit Villingen-Schwenningen zu assoziieren.

Das weithin bekannte Prime-Time-Theater im Bezirk Wedding, ein Szenetreff der besonderen Art, lässt in seinem Stück „Sopra – die Talkshow“ doch tatsächlich zwei Schwaben zum Dialog kommen. Die verbreiten in bestem Stuttgarter Dialekt allseits bekannte Klischees und bekennen darüber hinaus, dass sie aus Villingen-Schwenningen kommen.

„Ach, war das lustig, wir VSler schwätzen doch gar nicht so“, dachte der Mann in den hinteren Reihen schmunzelnd. Er fragte sich aber doch verwundert, wie die Verantwortlichen des Theaters ausgerechnet auf VS kommen. Diese Frage muss vorerst leider unbeantwortet bleiben, denn dem Mann der weltbekannten Stadt Villingen-Schwenningen verschlug es bei der Schlußpointe so den Atem, dass er jämmerlich in den Theatersessel zurücksank. Tönte es von der Bühne doch tatsächlich: „Alles ist besser als Villingen-Schwenningen.“ Dieser Schlag saß!

Vielleicht könnte sich ja mal unser Oberbürgermeister darum kümmern, warum Villingen-Schwenningen in Berlin mittlerweile für Baden-Württemberg steht – und dann noch als Negativbeispiel. Hat der Slogan „Die Baden-Württemberg-Stadt“ für soviel Furore gesorgt? Oder steckt da ein frustrierter Ex-Bürger dahinter?

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Abspann des Theaterstücks >>> tja, wo sie recht haben, haben sie recht. mehr ...
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