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Weingarten Neues Sicherheitskonzept für Blutritt

Zum Blutfreitag in Weingarten am 26. Mai werden wieder zehntausende Gläubige erwartet. 2700 Reiter werden beim Blutritt mit dabei sein. Die Veranstalter und die Polizei setzen auf ein neues, ausgebautes Sicherheitskonzept. Unter anderem wird der Festbereich weiträumig für den Verkehr gesperrt.

Die Verehrung des Heiligen Blutes Jesu Christi hat die Stadt Weingarten und die Basilika zu einer europaweit bekannten Pilgerstätte gemacht. Die Blutfreitags-Prozession mit rund 2700 Reitern in Frack und Zylinder auf ihren stattlichen Pferden ist dabei besonderer Anziehungspunkt. Die veranstaltende Kirchengemeinde St. Martin und die Stadt Weingarten haben knapp eine Woche vor den Feierlichkeiten die traditionellen, aber auch aktuellen Besonderheiten bei einer Pressekonferenz hervorgehoben.

Dekan Ekkehard Schmid hob vor allem das besondere Profil der Feierlichkeiten aus Sicht seiner Gemeinde hervor. "Es ist eine sehr spannende Sache, Religion hinaus in die Öffentlichkeit zu tragen", sagte der langjährige Blutreiter. Neben den Herausforderungen bei den Vorbereitungen sowie der Durchführung einer solchen Großveranstaltung liege die Besonderheit auch in der Empfindung der Besucher.

Ganz vereinzelt wundern sich auswärtige Gäste und Pilger durchaus darüber, wie eine christlich geprägte Feierlichkeit mit andächtigen Reitern mit Bratwurstbuden und Blasmusik vereinbar sein kann. Ekkehard Schmid hat da eine klare Botschaft. "Genau diese Balance ist so reizvoll", sagte der Dekan. Er verwies auch darauf, dass der Prozessionsteil durch die Innenstadt nur ein Bruchteil der gesamten zweitägigen Feiern sei. Den größten Teil verbringen die Rosenkranz betenden Reiter auf den grünen Flurwegen entlang des Schussentals. Andachten, feierliche Gottesdienste oder die beeindruckende Lichterprozession an Christi Himmelfahrt vermitteln zudem ein Bild, das weit weg von einem üblichen Großevent sei.

Eine Veranstaltung mit rund 2700 Pferden und geschätzten 30 000 bis 40 000 Zuschauer erfordere aber auch hohe Anstrengungen bei der Sicherheit. In den vergangenen Jahren kam es vereinzelt zu Unfällen mit Pferden und deren stürzenden Reiter. Der Tod eines Tieres durch Genickbruch war voriges Jahr in der langen Tradition des Blutritts in Weingarten sicherlich ein tragischer Fall. Dass die Stadt gemeinsam mit der Polizei ein neues Sicherheitskonzept erarbeitete, geht jedoch einen Schritt weiter. "Selbst im beschaulich kleinen Weingarten haben wir natürlich auch die politische Weltlage im Sinn", erklärte Harald Wanner, Leiter des Polizeireviers Weingarten.

Grundlegende Säule der Sicherheit für Reiter, Pilger und Zuschauer sei die weitläufige Sperrung für den Verkehr. Wo am Blutfreitag sonst recht unkompliziert der Verkehr um und am Festgeschehen vorbeigeleitet werden konnte, gibt es klare Sperrzonen für Fahrzeuge. Lediglich beim Ortsteil Ortliebs Richtung Blitzenreute-Staig wird eine Möglichkeit eingeräumt, bei Lücken in der Prozession in Innenstadtnähe einzufahren. Andere Einfallstraßen, beispielsweise aus Richtung Schlier oder Ravensburg, sind gesperrt. "Da bitten wir um Verständnis, dass sich die Beamten auch nicht auf lange Diskussionen mit Autofahrern einlassen können", betonte Harald Wanner. Toleranz im Sinne der Sicherheit müssen Besucher auch entgegenbringen, wenn Polizeibeamte einen Blick in eine größere Tasche werfen wollen. "Wir wollen so präsent wie nötig, aber so unauffällig wie möglich agieren", betonte der Polizeibeamte. Die Zahl der Beamten in Uniform und Zivil wollte Wanner nicht bekannt geben, eine Tendenz verriet er zumindest. "Früher waren wir mit 70 bis 80 Beamten im Einsatz, es werden heuer ganz sicher einige mehr sein."


Der Ablauf

Die Feierlichkeiten der Heilig-Blut-Verehrung rund um den traditionellen Blutritt in Weingarten beginnen bereits an Christi Himmelfahrt mit einem Gabler-Orgelkonzert in der Basilika. Um 19.30 Uhr wird eine Abendmesse gefeiert, die Festpredigt hält der Freiburger Erzbischof Stephan Burger. Im Anschluss wird die Lichterprozession zum Kreuzberg die nächtlichen Andachten einläuten.

Der Blutfreitag beginnt um 6 Uhr mit einer Eucharistiefeier, die Übergabe der Heilig-Blut Reliquie wird gegen 7 Uhr am Portal der Basilika erwartet. Nach einer etwa vierstündigen Prozession durch die Innenstadt, durch Felder und Flure feiern die Pilger um etwa 11.30 Uhr ein Pontifikalamt in der Basilika.

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