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Uhldingen-Mühlhofen Unesco-Schulen dem Welterbe auf der Spur

Über 100 Schülr und Lehrer von 19 Unesco-Schulen haben die Pfahlbauten in Uhldingen-Mühlhofen besucht.

Das Pfahlbaumuseum in Unteruhldingen ist bei schönem Wetter den Ansturm größerer Menschenmassen durchaus gewohnt. Wenn aber 85 Schüler und 30 Lehrer aus 19 baden-württembergischen Unesco-Projektschulen gleichzeitig den steinzeitlich nachempfundenen Steg stürmen, kann es schon turbulent werden. „Hält die Brücke auch“, fragte da selbst mancher Pädagoge etwas skeptisch.

„Es ist das erste Mammutprojekt dieser Art“, sagt der Landeskoordinator der Unesco-Schulen, Christof Magar vom Edith-Stein-Gymnasium in Bretten. „Wir haben ja unseren regelmäßigen Projekttag am 26. April“, betont Magar, „und darüber hinaus bieten wir immer Fortbildungsveranstaltungen für Lehrer an.“ Wenn man aber zwei der vier Unesco-Welterbestätten des Landes auf so engem Raum am Bodensee einmal inspizieren könne, müsse man diese Gelegenheit auch nutzen.

Schüler aus dem ganzen Land und aller schulischen Altersstufen sind nun zweieinhalb Tage beim Camp in Markelfingen bei Radolfzell und den Welterben auf der Spur. Grundschüler der Klassen 3 und 4 waren ebenso mit dabei wie Oberstufenschüler der Sekundarstufe II. Vor Ort organisierten Peter Gött und Monika Kurtsiefer von der Jörg-Zürn-Gewerbeschule in Überlingen die Aktion. Unterstützt wurde das Vorhaben auch vom Rotary-Club Überlingen und dem Förderverein des Pfahlbaumuseums., wie Direktor Gunter Schöbel betont. Die erste Etappe absolvierten Schüler und Lehrer am Mittwoch gemeinsam auf der Reichenau und inspizierten das dortige Kloster.

Auftakt in Unteruhldingen war gestern am offiziellen Informationspavillon für die Welterbestätte an der östlichen Hafenmole. Hier erläuterte Gunter Schöbel den Besuchern die wichtigen Originalfundstätten „Stollenwiesen“, die unter Wasser liegen und auf den Tafeln in ihrer Ausdehnung und Bedeutung dargestellt sind.

Dann durften Schüler und Lehrer im Museum in die anschauliche Erlebniswelt der Pfahlbauten eintauchen. Nach dem beeindruckenden Unterwasserstart im 360-Grad-„Kino“ Archaeorama ging es in die Nachbauten der bronze- und steinzeitlichen Häuser und in das neue Archaeolab. In Zusammenarbeit mit der Universität Tübingen baute der Museumsdirektor ein praktisches Lernzentrum auf, in dem Schüler die Arbeit eines Archäologen ausprobieren und nachempfinden können. Dazu gehören dendrochronologische Alterbestimmungen an Holzresten, Pollen- und damit Bewuchsanalysen sowie die Zuordnung von Knochenfunden zu den richtigen Tieren.

„Uns ist es sehr wichtig“, sagt Gunter Schöbel, „dass unsere Angebote im Museum auf spezifische Ziel- und Altersgruppen zugeschnitten sind.“ Damit wolle man gegenüber dem Kultusministerium zeigen, dass das Pfahlbaumuseum in Uhldingen-Mühlhofen durchaus auch Produkte für die Sekundarstufe I ab Klasse 5 haben. Im neuesten Bildungsplan für die Sekundarstufe I komme die Prähistorie aus Deutschland gar nicht mehr vor, sondern werde nur noch am Beispiel Ägypten abgearbeitet. „Das finden wir nicht gut“, sagt der Museumsdirektor. „Wir hoffen, dass wir hier auch noch auf Verständnis stoßen.“


Projekttag

Alle zwei Jahre einigen sich die etwa 200 deutschen Unesco-Projektschulen mit ihren Partnerschulen auf ein gemeinsames Projekt. Thema des internationalen Projekttags 2014 war „Welterbe Erde – mach dich stark für Vielfalt“. Die Ergebnisse des Projekttages werden in dem „Welterbe-Camp“ als gemeinsame Aktion zusammengetragen. Die Bodenseeregion mit zwei Weltkulturerbestätten eignet sich für die Gruppe besonders. Neben Freude an der Natur soll „das Leben unserer Ahnen“ mit allen Sinnen erfahren werden. Vielfältige Angebote in Workshops und Spielen in einer Gemeinschaft machen dies möglich.

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