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Uhldingen-Mühlhofen Großer Fisch schluckt kleinen Fisch: Mainaufahrt wieder fest in Händen der BSB

31.07.2012
Uhldingen-Mühlhofen -  Die Bodensee Schiffsbetriebe GmbH ist auf einer der attraktivsten Verbindungen auf dem Bodensee einen Konkurrenten los. Private Schifffahrt, betonen die Verantwortlichen, sei aber nach wie vor möglich. Dennoch werden Erinnerungen an den „Seekrieg“ aus den 80-er Jahren wach.

Tickets für die Fahrt Uhldingen-Mainau: Diese Überfahrt wird praktisch nur noch von Schiffen der BSB angedient. Seit dieser Saison gibt es den Konkurrenten „Seeflair“ nicht mehr.  Bild: Hilser

Eine der attraktivsten Verbindungen auf dem See, zwischen Pfahlbauten und Blumeninsel.

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Von den Passagieren noch kaum wahrgenommen, hat sich auf dem Bodensee vor Uhldingen ein kleiner, aber möglicherweise bedeutsamer Wechsel vollzogen: Die Firma Seeflair, Betreiber des Motorschiffs „Stadt Konstanz“, gibt es am Markt nicht mehr. Sie wurde aufgekauft vom großen Konkurrenten, der Bodensee Schiffsbetriebe GmbH (BSB). Der Verkauf des kleinen privaten Betriebs war das Ende eines teilweise mit juristischen Mitteln ausgefochtenen Konkurrenzkampfes.

Die Vertragsparteien vereinbarten „Stillschweigen“ über den Verkaufspreis. Worüber Kundige sich nicht wundern. Denn der Preis sei ungewöhnlich hoch für ein altersschwaches Schiff, das die BSB in dem vorgefundenen Zustand kaum nutzen kann. Vielmehr sei es wohl vor allem darum gegangen, so informierte Kreise, einen Konkurrenten auf einer der attraktivsten Verbindungen auf dem Bodensee auszuschalten. Dem SÜDKURIER liegen Unterlagen vor, wonach der Kaufpreis 310 000 Euro betrug – für Schiff und Unternehmen. Das, heißt es, demonstriere die Marktmacht der BSB.

Die BSB hat vorgesorgt: Winfried Fritzsch, bisheriger Eigentümer der Firma Seeflair, hat die Möglichkeit, erneut mit einem Unternehmen am Hafen von Uhldingen aufzutauchen, mit verkauft. Denn den Unterlagen, die dem SÜDKURIER vorliegen, ist zu entnehmen, dass für ihn im Kaufvertrag ein sehr weit gehendes Wettbewerbsverbot verankert wurde.

Es geht um nicht weniger als eine der attraktivsten Verbindungen auf dem Bodensee: zwischen den Pfahlbauten und der Blumeninsel. Eigentlich eine öffentliche Linie, die theoretisch von jedem Betrieb angefahren werden könnte. Beide Häfen zählen zu den Top-Ten der meistbesuchten Destinationen am See. Doch möglichen neuen Konkurrenten wird es nicht unbedingt leichter gemacht, in diese Strecke vorzudringen. Denn die Gemeinde Uhldingen hat Liegeplatz 3, wo öffentlicher Schiffsverkehr stattfinden kann, an die BSB verpachtet.

Ob das rechtens ist? fragen Kenner der Szene kritisch. Ein Blick ins Zeitungsarchiv zeigt, dass es das Verwaltungsgericht Sigmaringen im Jahr 1984 der Gemeinde Uhldingen untersagte, selbst zu bestimmen, wer in den Hafen einfahren darf und wer nicht. Der Prozess wurde seinerzeit unter dem Begriff „Seekrieg“ geführt.

Der aktuelle Fall, sagt das Landratsamt in einer vorläufigen Einschätzung, sei mit dem „Seekrieg“ wohl eher nicht vergleichbar, da mit der Verpachtung von Liegeplatz 3 „nicht der Zugang zum Hafen pauschal unterbunden ist“, so Robert Schwarz, Pressesprecher der Behörde. Das sieht auch Edgar Lamm, Bürgermeister von Uhldingen-Mühlhofen, so. Der Prozess aus den 80er Jahren sei ihm nicht bekannt. Er betone aber, „dass private Schiffsbetreiber – wie bisher – am Liegeplatz Nr. 3 zum Ein- und Aussteigen anlegen können, nach vorheriger Anmeldung, so wie es rund um den See gehandhabt wird“.

Also alles im grünen Bereich? Kenner der Schifffahrtszene fragen sich, welchen Sinn es für die BSB überhaupt macht, Pacht für einen Liegeplatz zu bezahlen, wenn er doch öffentlich ist? BSB-Geschäftsführer Konrad Frommer antwortete auf SÜDKURIER-Anfrage, dass Liegeplatz 3 der BSB „zur allgemeinen Nutzung“ überlassen worden sei. Die BSB hätten dadurch ein „Liegerecht“, andere Unternehmen ein „Anfahrtsrecht“. Und Frommer betont: „An der bisherigen Praxis ändert sich nichts: Jedes Unternehmen kann nach vorheriger Absprache in Unteruhldingen anlanden.“ Wobei Frommer auch mitteilt, dass die Einfahrt anderer Schiffe auf den Kursbetrieb der BSB, der wetterunabhängig geleistet wird, „Rücksicht zu nehmen hat“.

Rücksicht nehmen auf den Betrieb der BSB, mit ihr kooperieren: Kleine Schiffsbetriebe, die sich darauf einlassen, fahren dem Vernehmen nach gut mit dem großen Konkurrenten. Dagegen stellen Beobachter aus Uhldingen die Frage, was im Sinne des Kunden sei? Sie würden nun genau beobachten, wie sich das Angebot fortan entwickelt.

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in den 60er+70er+80er-Jahren hat Die "Stadt konstanz" hat den Stadtwerken schon gehört, mußten ... mehr ...
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