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19.02.2013  |  von  |  0 Kommentare

Uhldingen-Mühlhofen Auf Tauchgang ins Pfahlbaumuseum gehen

Uhldingen-Mühlhofen -  Das Pfahlbaumuseum ist derzeit eine große Baustelle: Zur neuen Saison soll das Archaeorama eröffnet werden, ein Rundbau, in dem mit multimedialen Mitteln fiktive Tauchgänge zu Stätten des versunkenen Weltkulturerbes möglich sind. Außerdem ist ein neuer Steg zu den Pfahlbauten geplant.

So ist das aktuelle Vorhaben eingebettet in den langfristigen Masterplan: Direktor Gunter Schöbel hat ihn gemeinsam mit dem Schweizer Otto Julius Steiner entwickelt.  Bild: Walter

Die Fundamentierung für den neuen Anbau gestaltete sich wegen des Untergrunds schwieriger als erwartet. Doch im späten Frühjahr soll hier ein fiktiver Tauchgang zum versunkenen Welterbe möglich sein.  Bild: Walter



Winterschlaf gibt es im Pfahlbaumuseum nicht, auch wenn die prähistorischen Nachbauten und die Stege dorthin zurzeit immer wieder mal idyllisch eingeschneit sind. Während die forschenden Mitarbeiter um Direktor Gunter Schöbel eingelagerte Sammlungen aus dem Archiv in Augenschein nehmen und ordnen, wissenschaftliche Untersuchungen laufen und künftige Projekte gewälzt werden, laufen die Bauarbeiten hinter dem Museum auf Hochtouren. Schon im Spätherbst ist das Gebäude in Richtung See geöffnet, Teile sind abgerissen worden. Fast bis ans Wasser wird der Neubau für das so genannte „Archaeorama“ reichen, das künftig in einem Rundbau mit multimedialen Mitteln fiktive Tauchgänge zu Stätten des versunkenen Weltkulturerbes ermöglichen soll. Schon im späten Frühjahr soll die neue Errungenschaft eröffnet werden können.

Es ist nur ein Bestandteil des nächsten Bauabschnitts im Rahmen des Masterplans für die kommenden Jahre, den Gunter Schöbel gemeinsam mit dem renommierten Schweizer Museumsplaner Otto Steiner aus Sarnen entwickelt hat. Insgesamt hat der Trägerverein Pfahlbau und Heimatkunde für dieses Jahr 1,7 Millionen Euro freigegeben, um die gesamte Etappe umzusetzen. Dazu gehören zum einen eine Ufertreppe, die am Ende des Archaeoramas von der fiktiven Welt zum Wasser und in die Realität der Nachbauten führt. Schon ausgesteckt ist die Trasse eines neuen Stegs, der von hier aus über das Flachwasser zu den Pfahlbauten hinüber führt. Damit erweitert das Museum zugleich seine möglichen Rundgänge und will mehr Flexibilität für seine Besucher bieten. „Viele Interessenten kommen heute und wollen in einem Kurzdurchgang von 60 Minuten, ja 30 Minuten das Wichtigste sehen“, sagt Schöbel. „Da müssen wir uns an unseren Kunden orientieren.“

Das Fundament des Neubaus gestaltete sich etwas schwieriger als erwartet. Im weichen Boden musste eine Pfahlgründung vorgenommen werden. Dennoch hofft Gunter Schöbel, dass das zur Verfügung stehende Budget ausreichen wird. Insgesamt haben Schöbel und Planer Otto Steiner Ideen für mehr als zehn Millionen Euro in einem Masterplan zusammengefasst, der bis ins Jahr 2016 reicht. Wohl wissend, dass mancher Wunsch eine Vision bleiben könnte. Wie zum Beispiel ein Glasbodenboot, um den Besucher die Pfahlbaureste der Fundstätte Stollenwiesen östlich der Unteruhldinger Hafens ohne Taucherbrille zeigen zu können.

Mehr Hoffnung hegt der Museums chef allerdings für sein Vorhaben, das bestehende Gebäude über den Hof hinweg in Richtung Parkplätze erweitern zu können. Das grobe Konzept hierfür steht zwar schon, doch bedarf es noch des Einvernehmens mit der Gemeinde und der baurechtlichen Genehmigung. Doch dies sollte möglich sein, zumal das Pfahlbaumuseum nicht nur ein Magnet für die ganze Region, sondern auch ein ganz wesentlicher Wirtschaftsfaktor ist, insbesondere als attraktives Angebot auch in der Nebensaison.

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