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Uhldingen-Mühlhofen „Hallo Kongo“ ermöglicht Schulbesuch

Der Verein „Hallo Kongo“ aus Uhldingen-Mühlhofen schlägt Brücke zwischen Bodensee und Afrika: 117 Kinder und Jugendliche werden in Kinshasa im Kongo betreut

Der Verein „Hallo Kongo“ ist weiterhin sehr aktiv und blickt – zusammen mit seinen Partnern in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa – auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Dies teilte Vorsitzende Nicole Thieke mit. Dennoch ist nicht alles im grünen Bereich. So hat der Verein mittlerweile seine Partnerschaft mit einer von drei Partnerschulen im Kongo gekündigt.

Dem Verein gegenüber zeigten sich Schulleitung und Eigentümerfamilie wenig kooperativ. Der Verein „Hallo Kongo“ beschloss daher, keine neuen Patenkinder aus dieser Schule mehr ins Programm zu nehmen. Thieke: „Der Mangel an Transparenz und die Verweigerung klarer Kooperation dieser Schulleitung wurden 2013 immer offensichtlicher und führten zu den Entscheidungen, die wir Anfang 2014 treffen mussten.“

1996 verbrachte Thieke erstmals drei Wochen in der Großstadt Kinshasa, wo sie direkten Einblick in die politische, soziale und schulische Situation des Landes erhielt. Die aus der französischen Schweiz stammende Lehrerin hält es für sinnvoller, notleidenden Menschen in ihrer Heimat eine Hilfe zur Selbsthilfe zu gewähren als sie durch Gleichgültigkeit zur oft lebensnotwendigen Flucht nach Europa zu verdammen. Trotzdem ist es für sie von Relevanz, dass „Ausländer ungeachtet ihrer Herkunft, Religion und Rasse bei uns willkommen sind und als gleichwertige Menschen geachtet werden“, wie sie sagt. Die staatlichen Schulen im nach wie vor instabilen Kongo befinden sich nach Darstellung Thiekes in einem miserablen Zustand. Über die Hälfte der Bevölkerung in Kinshasa ist arbeitslos, die medizinische Versorgung schlecht, viele leiden Hunger.

Der Verein „Hallo Kongo“ unterhält seit seiner Gründung 2004 Beziehungen zu drei Schulen in Kinshasa, die sich die Vorbereitung der Jugend auf den Neuaufbau ihres Landes zum Anliegen gemacht haben, und das in Form von Patenschaften für Mädchen und Jungen. Der Verein ist besonders am Bodensee präsent. Thieke zufolge ist der Kontakt zu den Lehrern und Schülern der Realschule Salem und des Gymnasiums Überlingen durch die Weihnachtsmärkte und durch Besuche im Unterricht nicht nur für die Projekte des Vereins förderlich, „sondern öffnet den Lebenshorizont der Schüler“.

Derzeit befinden sich laut der Vorsitzenden 117 Kinder und Jugendliche im Patenschaften-Programm des Vereins, vier mehr als im Jahr zuvor. Ihnen wird so eine Schulausbildung ermöglicht. „Unter unseren Patenkindern sind tatsächlich Jugendliche, die ohne die Hilfe eines Paten aus Deutschland auf der Straße geblieben oder dort gelandet wären“, so Thieke. Gegenwärtig sind rund 80 Patenkinder an der Accademia-Schule (Kindergarten bis 12. Klasse), zwölf an der Lisanga-Grundschule (Kindergarten bis sechste Klasse) und 16 andere, die bisher an der gekündigten Mpumbu-Schule waren und nun umgeschult werden. Weitere sind in einer Berufschule und an drei Hochschulen. Zehn Patenkinder waren dieses Jahr zum Abitur gemeldet. Die Erwachsenen-Alphabetisierung wird von Lehrern der Accademia-Schule betrieben.

Die Rektorin der Accademia-Schule, Lucienne Munono, führt Thieke zufolge ihren Kampf für eine korruptionsfreie Schulbildung weiter: Sie lehnt Schmiergelder der Eltern für gute Noten oder sonstige Vorteile strikt ab und verbietet ihren Lehrern, welche anzunehmen. Den amtlichen Schulinspektoren, die von der Regierung kaum bezahlt werden und deswegen den Schulleitern ihre wohlwollende ‚Begleitung‘ der Abitur-Benotung gegen gut gefüllte Umschläge anbieten, hat sie eine interessante Zusammenarbeit vorgeschlagen: Wenn sie direkt an der Accademia-Schule ihre eigentliche Aufgabe erfüllen, bekommen sie ein faires Honorar. Thieke: „Einige Inspektoren haben in den zurückliegenden drei Jahren dieses Angebot angenommen. Die Leistungen der Lehrer und der Schüler sind dadurch deutlich gestiegen.“

Nicole Thieke wird Mitte September mit Anja Grebe, langjähriges Vereinsmitglied und neue Aufsichtsrats-Vorsitzende der „Hallo Kongo“ gAG (gemeinnützige Aktiengesellschaft zum Erhalt der Accademia-Schule) nach Kinshasa fliegen. Sie freuen sich, zahlreiche Briefe an die Patenkinder mitzunehmen und neue Pläne mit den dortigen Partnern zu besprechen.

Informationen im Internet:

www.hallo-kongo.de


Der Verein

Ziel und Zweck des Vereins sind Projekte zugunsten der Bevölkerung der Demokratischen Republik Kongo. Das erfolgt in erster Linie durch Übernahme und Vermittlung von Patenschaften zur Unterstützung und Förderung einer Schul-, Berufs- oder Hochschulausbildung für Kinder und Jugendliche. Eine Patenschaft kostet 250 Euro jährlich. Die Arbeit kann auch durch Spenden auf das Konto bei der Sparkasse Salem-Heiligenberg unterstützt werden. IBAN: DE16 6905 1725 0002 1936 05, BIC: SOLADES1SAL

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