Die CDU hält Zwischenschritte auf dem Weg zur Fußgängerzone für dringend erforderlich. Der eingebrachte Antrag zur erneuten Prüfung einer Grabentrasse ist laut Fraktionssprecher Günther Hornstein keineswegs als Verzögerung für weitere Entscheidungen bei der Verkehrsführung gedacht.
Dies betonte Hornstein am Tag nach der Mitgliederversammlung zum Thema Verkehr. „Wir sehen diese Prüfung völlig unabhängig vom aktuellen Prozess“, sagt Hornstein. Deshalb verstehe er auch nicht, weshalb Oberbürgermeisterin Sabine Becker die anderen Entscheidungen auf den März verschoben habe. Aus seiner Sicht hätte man parallel zu dieser Beratung schon am 8. Februar erste Schritte zur Verkehrsführung beschließen können.
„Der Bürgerbeteiligungsprozess ist für mich noch nicht zu Ende“, betont CDU-Ortsvorsitzender Andreas Wissmann und verteidigte den Vorstoß des Wirtschaftsverbunds zur Grabentrasse. Schließlich gebe es in einer so komplexen Situation immer wieder neue Aspekte, die berücksichtigt werden könnten. Auf der anderen Seite sei für ihn der WVÜ eine wichtige Kraft in der Stadt, die man auch Ernst nehmen müsse. Das letzte Gutachten aus dem Jahr 2007 sei „sehr subjektiv“ und für eine faire Beurteilung wenig hilfreich, sagt Stadtrat Ulrich Krezdorn. „Ich bin für eine Fußgängerzone, ich möchte aber auch keine Taxis mehr in der Christophstraße haben“, erklärt Krezdorn: „Das geht aber nur, wenn wir eine kurze Umfahrung der Innenstadt haben.“
Auf dem Weg zum „Endziel Fußgängerzone“ seien Zwischenschritte notwendig, betont Günter Hornstein, und beruft sich auf die Ergebnisse und den Maßnahmenkatalog des Planungsbüros Modus Consult. Nach dem Fazit von Frank Gericke sei ein „Erfolg nur durch eine Summe an Maßnahmen“ möglich. Ernst nehmen müsse man dessen Empfehlungen, zu denen unter anderem ein Intelligentes Verkehrsleitsystem mit Ausbau von „Park and Ride“-Angeboten, Umbaumaßnahmen in der Innenstadt sowie bei einer kompletten Fußgängerzone die Realisierung von Parkplätzen gehörten.
Als erste Schritte, die im März beschlossen werden könnten, sieht der CDU-Fraktionssprecher das Verkehrsleitsystem, den Ausbau von Parkplätzen am Stadtrand und die Einführung eines attraktiven Shuttle-Systems. Ohne diese flankierenden Maßnahmen sei in der Innenstadt keine Fußgängerzone zu verantworten. Schnell umsetzbar wäre dort aus Hornsteins Sicht allenfalls eine Tempo-Reduzierung, wie sie im Vorjahr schon einmal angedacht gewesen war. Schon zu den ersten Schritten fehlten allerdings im Haushalt derzeit noch die Mittel, gab Stadtrat Lothar Fritz zu bedenken: „Ich verstehe überhaupt nicht, warum die Verwaltung hier gar nichts eingeplant hat.“
Verkehr in Überlingen
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