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Überlingen Zwei Fälle von Missbrauch

Überlingen – Zwei Schüler der Waldorfschule sind im Jahre 1993 von einem Lehrer missbraucht worden. Das wird von der Schulleitung bestätigt.

Die Schüler sind zur Beaufsichtigung über die Mittagszeit bis zur Abfahrt des Busses mit dem Pädagogen in einem Klassenzimmer gewesen. Die Schulleitung hat damals nach Bekanntwerden des Falles schnell reagiert. Daniela Huck, Geschäftsführerin und Mitglied in der Schulleitung: „Der Lehrer wurde vom Unterricht ausgeschlossen und mit einem Hausverbot belegt.“ Die Eltern seien umgehend und umfassend informiert worden.

Zu einem Strafverfahren gegen den Pädagogen ist es nicht gekommen, die Schule erstattete keine Anzeige. Daniela Huck: „Davon wurde abgesehen, weil die Eltern der betroffenen Kinder dies ausdrücklich wünschten.“

Seit drei Jahren war der Lehrer bereits an der Waldorfschule tätig gewesen. Kritik an der Schulleitung war nach seiner Einstellung aufgekommen, da er schon früher an einer anderen Schule in einen Missbrauchsfall verwickelt gewesen sei. Nachforschungen über den Bund der Freien Waldorfschulen haben nach Hucks Darstellung ergeben, dass ein gegen den Lehrer in der Schweiz eingeleitetes Gerichtsverfahren zu einem Freispruch geführt hat. Es hätte kein weiterer Verdacht bestanden. „Daraus ließen sich zunächst keine personalrechtlichen Konsequenzen ableiten“, stellt Daniela Huck fest. Deshalb sei der Lehrer dann auch an der Waldorfschule geblieben. Eltern, Lehrer und Schüler seien damals wie heute „sehr betroffen darüber“, dass es zu diesen Vorfällen habe kommen können.

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