Durch den Chorraum, am Altar vorbei führt eine schwere Tür in die Ministrantensakristei des Überlinger Nikolaus-Münsters. „Es wurde Zeit, dass es eine neue Sakristei gibt“, sagt Münstermesner Markus Korn. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand in diesem Raum neben dem Treppenaufgang zum Archiv nur ein Holzgerüst mit Putzmitteln. Seitdem hat sich bis zur gerade erst abgeschlossenen Neueinrichtung hier nur wenig getan.
Jetzt steht ein kunstvoller, neu geschreinerter Schrank in der Sakristei und an der rechten Seite schmückt eine grün-golden angestrichene Stahltür den Raum. Diese wird zum Münsterplatzfest geöffnet und zeigt drei Figuren des Kirchenschatzes, die sich nicht in der Schatzkammer befinden. Die Schwedenmadonna, die Heilige Anna und der Heilige Sebastian stehen gut gesichert hinter Panzerglas und schauen auf die Besucher hinunter.
Das im Turnus von drei Jahren stattfindende Münsterplatzfest soll zu einem Fest der Begegnung werden. Organisator Markus Korn hat wieder ein umfangreiches Programm vorbereitet. Dazu gehört nicht nur die Möglichkeit zur Besichtigung des Münsterschatzes, sondern viel mehr. Mittagessen, Getränke, Kaffee und Kuchen stehen etwa auf der kulinarischen Seite. Die Bewirtung übernehmen die Verbände und Gruppen der katholischen Pfarrgemeinde. Wer noch mithelfen will, ist gerne willkommen. Markus Korn sagt: „Wir arbeiten alle Hand in Hand zusammen.“ Er nimmt noch Anmeldungen entgegen, Telefon 0 75 51/92 72 16. „Dazu kommt ein Kinderprogramm mit speziellen Kinderführungen um das Münster herum“, kündigt der Münstermesner an.
Dafür zeichnen die Katholischen aktiven Frauen (Kaf), die Ministranten und die Pfadfinder verantwortlich. An Infoständen werden die Gemeindeaktivitäten der Vergangenheit und der Zukunft erläutert. Außerdem stellen sich die kirchlichen Verbände und Gruppen wie die Frauengemeinschaft, der Frauenbund, die Jugendgruppen, der Münsterchor, die Kolpingfamilie und der Pfarrgemeinderat vor. Bei der in diesem Jahr stattfindenden Tombola können Besucher Lose kaufen und damit einen Beitrag zur Sanierung der Nikolausorgel leisten. „Von kleinen Preisen wie Kugelschreiber bis zum iPad ist alles dabei. Fast jedes Los ist ein Gewinn“, so der Mesner.
Zum Fest spielt die Rentnerkapelle der Stadtkapelle. Für Tanzeinlagen wird die Tanzschule Päsler auf dem Platz sorgen. Neben der Besichtigung der Schatzkammer und des Münsterturms werden Gruppen laufend durch das Münster geführt. Die Führungen finden zum „Tag des offenen Denkmals“ statt und werden von Stadtarchivar Walter Liehner geführt. Schwerpunkt wird die Geschichte des Hochaltars sein, sowie die neu umgebaute Sakristei. Im Laufe des Tages gibt es ein kleines Orgelkonzert im Münster auf der Nikolausorgel.
Das Münsterplatzfest findet am Sonntag, 9..September, statt. Der Gottesdienst beginnt um 10 Uhr.
