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Zeichnerisch ins Mittelalter

28.08.2007
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Schaurig-schöne Szenen entführen in die düstere Welt des Mittelalters. Detaillierte Figuren heben sich vor aufwändig gestalteten Hintergründen ab, die für spannungsvolle Stimmungen sorgen. "Pose mit Schwert" heißt das Motto zum Ausstellungsauftakt in den Galerieräumen des Kunsthandels Walz. Comicszenen erwecken den Fantasy-Bestseller "Chronik der Unsterblichen - Am Abgrund" von Wolfgang Hohlbein zum Leben. Bis die Szenen aus der Fantasy-Welt in einem fertigen Comic-Band vorlagen, war für Zeichner Thomas von Kummant und Szenerist Benjamin von Eckartsberg allerdings viel Arbeit angesagt. Zweieinhalb Jahre hat die Umsetzung des Romans in einen Comic-Band gedauert.

Mit der Motorsäge habe er sich durch den Roman von Wolfgang Hohlbein bewegt, beschreibt Szenerist von Eckartsberg seine Arbeit humorvoll. Denn aus dem Fantasy-Bestseller musste der Szenerist erst einmal ein gutes Drehbuch schreiben, das für Zeichner von Kummant schließlich die Vorlage zu seinen aufwändigen und stimmungsvollen Szenen war. Das hieß aber für von Eckartsberg vor allem zu kürzen. "Dann braucht es allerdings neue Übergänge, damit das Herzstück des Romans trotzdem herauskommt", erklärt der Texter. Schließlich ging es für von Kummant darum, den Roman in stimmungsvollen Szenen aufleben zu lassen. Bis aufwändige Hintergrundszenerien und detaillierte Figuren den Leser in die düstere mittelalterliche Welt eintauchen lassen, war der Comic-Zeichner stundenlang beschäftigt. Bis zu zwei Wochen habe er für eine Comic-Seite gebraucht, erzählt von Kummant. Wie weit der Weg bis zum fertigen Comic ist, lässt sich in den Galerie-Räumen des Kunsthandels Walz in Überlingen verfolgen. 58 Originalzeichnungen, Studien und Skizzen zeigen auf, was an Arbeitsschritten hinter den Szenen steckt, machen aber auch die beeindruckenden Ergebnisse deutlich. Die Frankfurter Buchmesse zeichnete den Comic-Band 2005 als besten Comic des Jahres aus. "Und auch im Comic-Land Frankreich hat der Band großen Anklang gefunden", stellt Michael Walz erfreut fest.

Im Kunsthandel Walz ist es die erste Comic-Ausstellung. Für Michael Walz und seine Frau Christina ist die Comic-Welt allerdings alles andere als fremd, haben sie doch beide lange Jahre für einen Comic-Verlag gearbeitet und das Projekt mit auf den Weg gebracht. Zum ersten Mal zusammengearbeitet haben sie mit den beiden Künstlern 1999. Anlässlich Goethes 250. Geburtstags gestalteten von Kummant und von Eckartsberg einen Comic-Band, der das Leben des großen deutschen Schriftstellers aufleben ließ.

Die beiden Künstler haben gemeinsam die Deutsche Meisterschule für Mode besucht und sich dort kennen gelernt. In dieser Zeit hat von Kummant auch sein Interesse für Comics entdeckt. "Meine Kollegen haben schon alle eifrig Comics gezeichnet und da hat es mich auch gejuckt", erzählt er. Als Comic-Zeichner sei man alles in einer Person, sowohl Regisseur als auch Kostüm- oder Bühnenbildner. Nur Geld könne man bisher in Deutschland damit kaum verdienen. Die Fantasie-Welt aus den Romanen von Hohlbein wollen die beiden Künstler aber weiter in Comics umsetzen. Am zweiten Band arbeiten sie bereits.

Überlingen
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