Mein

Überlingen Weichenstellung für Verkehrsberuhigung im März

10.02.2012
Zum Thema


In der Innenstadt bewegt sich der Autoverkehr selbst in der Sommersaison zwar kaum. Doch zu bewegen scheint der Autoverkehr die Bürger auch nach einem fast zweijährigen Beteiligungsprozess noch immer mächtig.
Rund 100 Zuhörer waren im Feuerwehrhaus so bei der Sache, dass Oberbürgermeisterin Sabine Becker sich irgendwann genötigt sah, Beifallskundgebungen zu unterbinden. Drei Stunden kreisten Fragen und Debatte um einen Weg zur Verkehrsberuhigung und zu mehr Aufenthaltsqualität in der Innenstadt.

„Wir dürfen das Vertrauen nicht verspielen“, erklärte Sabine Becker und erinnerte an die Regeln für den Verkehrsdialog. Der Gemeinderat sei zwar frei in seiner Entscheidung, doch gelte es die Ergebnisse der Bürger Ernst zu nehmen. Da gebe es einen Konsens, mit dem man sich nach technischer, rechtlicher und finanzieller Prüfung „der Entscheidungsphase nähere“. Wie sich die Verwaltung dies vorstelle, machte Becker am Ende deutlich: Als Gesamtpaket sollen im März drei Schritte fest beschlossen werden, die dann sukzessive umgesetzt werden. Beginnend mit einer Teilberuhigung der Innenstadt, gefolgt von der Planung und Umsetzung eines Verkehrsleitsystem, das den Weg zur verkehrsfreien Innenstadt bereiten soll.

Baubürgermeister Ralf Brettin hatte eine Planfall-3-Variante ins Spiel gebracht, die eine Durchfahrt der Kessenringstraße und der Hafenstraße von Westen nach Osten ermöglicht. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass ein Planfall 5 („T-Lösung“) reflexartige Abwehrhaltungen ausgelöst hatte, obwohl von Verkehrsplaner Frank Gericke nach objektiven Kriterien schon mehrfach zum besten Schritt erkoren. Auch bei den „3er-Planfällen“ wird nur die Christophstraße zur Fußgängerzone. Zuvor hatte Brettin noch einmal an die Logik des Prozesses erinnert, der zum Auftrag an den Verkehrsplaner geführt hatte. Im Technischen Ausschuss habe man die Zahl der Varianten bewusst eingeschränkt, auf Drängen einzelner Mitglieder die Option Grabentrasse am Ende doch noch dazu genommen.

Verkehrsplaner Gericke wiederholte seine Analyse kurz, ging insbesondere auf die Grabentrasse und den Ausgleich zwischen Aufkircher Straße und Zahnstraße ein. Aus seiner Sicht sei die aktuelle Regelung die klügste. Eine Rückkehr zum Planfall 0 stellte Gericke in Frage, da er eine Wiedereröffnung des Aufkircher Tors nicht befürworten könne. Als Begründung nannte er die Zerstörung der historischen Bausubstanz, die Engstelle im Dorf und die Gefahr für Radler. Allenfalls eine Ampelregelung um das Tor herum sei vorstellbar, aber wohl nicht praktikabel.

Dass die Grabentrasse ausgehend von den heutigen Verkehrsströmen sich eher positiv auf die Wohngebiete auswirke, bestätigte Gericke auf Frage von WVÜ-Vorstandsmitglied Stefan Kitt. Allerdings bringe sie insgesamt auch mehr Verkehr in Richtung Innenstadt. Stadtrat Raimund Wilhelmi (FDP) sah bei einer Fußgängerzone ohne Grabentrasse „mittelständische Existenzen gefährdet“, Oswald Burger (SPD) mit einer Grabentrasse die kulturhistorische Substanz der Stadt.

 
Hickhack um Grabentrasse
Die versuchte Dominanz von Frau OB Becker zum Thema Grabentrasse wurde vom SK gut kolportiert.
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln