Überlingen (gri) "Ein Verein im Umbruch", diagnostizierte Christine Mähler, die als Noch-Vorsitzende der Überlinger Chorgemeinschaft in Anwesenheit von 50 Mitgliedern durch die ersten zehn Tagesordnungspunkte der ereignisreichen Jahreshauptversammlung führte. Nach acht Jahren Vorstandstätigkeit (davon die letzten vier Jahre als erste Vorsitzende) stellte sie sich "aus privaten Gründen" einer Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung. Die Wahl ihres Nachfolgers fiel nach der Entlastung der gesamten Vorstandschaft auf den Chorleiter des Männerchors, Bernhard Schäuble. Im Anschluss wäre eigentlich die Neuwahl der gesamten weiteren Vorstandschaft zu vollziehen gewesen. Weil Schäuble aber eigenem Bekunden nach "erst zwei Tage zuvor" gefragt worden sei, ob er sich für diese Wahl zur Verfügung stelle, beantragte er "Kraft seines neuen Amtes als erster Vorsitzender", den weiteren Verlauf der Versammlung auf den 26. März zu vertagen, um die möglichen weiteren zu wählenden Vorstandsmitglieder in den einzelnen Chorgruppen kennenzulernen. Nach zähflüssigen Diskussionen wurde seinem Wunsch mehrheitlich stattgegeben. Zu diesem Termin soll dann auch neben anstehenden Ehrungen die erforderliche Satzungsänderung wie auch die Festsetzung des neuen Jahresbeitrags diskutiert werden.
"Musikalisch haben wir jetzt so gute Voraussetzungen wie nie", resümierte Christine Mähler ihren Tätigkeitsbericht, nachdem Schriftführerin Hannelore Marx das letztjährige Protokoll verlesen hatte. In der 184 Mitglieder starken Chorgemeinschaft (84 davon sind aktive Sänger) habe es im vergangenen Jahr große Veränderungen gegeben, die als positiv bewertet wurden. Nachdem mit der Neubelebung des Männerchors Stefan Knauer die Tätigkeit der Chorgemeinschaft aufgenommen hatte, fand auch im Frauen- und gemischten Chor ein Chorleiterwechsel statt. Hier habe man mit Ulrike Köberle eine engagierte Chorleiterin gefunden, die durch zielgerichtete Arbeit und fundierte Stimmbildung die Chöre "auf ein neues Niveau" bringe. Dass sich der "generationsübergreifende Frauenchor mit 35 Sängerinnen im Alter von 14 bis 81 Jahren" nach anfänglichen Startschwierigkeiten getreu der Devise "Klasse statt Masse" positiv entwickelt, war Köberles detailliertem Chorleiterbericht zu entnehmen. Einen "guten Fang" haben auch die Madrigal- und Gospelchorsänger mit ihrem neuen Dirigenten Thomas Braun gemacht. Sein "Jahresrückblick von vier Wochen" strahlte zukunftsweisend in ein vielversprechendes Repertoire. Gabi Aschenbrenner, die nach vier Jahren ihr Amt als Chorsprecherin niederlegt, präsentierte den Gospelchor symphatisch, wenn auch terminlich eher ruhig.
Mit fröhlich beklatschten Stimmproben aus dem vorhandenen großen, aber noch ausbaufähigen Repertoire gab Matthias Kirchner (derzeit noch zweiter Vorsitzender) Einblick in den "von starkem Verbundenheitsgefühl" geprägten Madrigalchor mit derzeit 14 Frauen- und zwei Männerstimmen.
Weniger rosig, aber noch lange nicht bedenklich, sieht es mit den Finanzen aus. Dem Kassenbericht des Schatzmeisters Franz Eier zufolge, dem von den Kassenprüfern Helga Miller und Lutz Weber eine einwandfreie Kassenführung bescheinigt wurde, lagen die Ausgaben im Berichtszeitraum zwar um etwa 9000 Euro höher als die Einnahmen. Man blickt aber noch auf beruhigend schwarze Zahlen.