Mein
25.05.2012  |  von  |  0 Kommentare

Überlingen Vor 2014 wird's nicht ruhiger

Überlingen -  Städtischer Teil der Nußdorfer Entlastungsstraße geht in die Endphase

Großbaustelle in Überlingen-Nußdorf: Die in mehreren Punkten umstrittene Entlastungsstraße ist fast fertig gebaut, die Anbindung der Straße an die B 31 lässt aber noch auf sich warten. Die Stadtverwaltung rechnet für 2014 damit.  Bild: Plessing



Zunächst war es der enge Kurvenradius in Richtung Nußdorf, der korrigiert werden musste, dann erntete der recht steile Anstieg der künftigen Entlastungsstraße zwischen Diehl und Nußdorf Kritik, zuletzt war es der neue Kreisverkehr, der Bürger auf den Plan rief: In der Sitzung des Ausschusses für Technik und Verkehr nahm Helmut Köberlein, Technischer Leiter der Bauabteilung, zu kritischen Bürgerstimmen Stellung und erläuterte die Planung. „Der Kreisverkehr hat einen Durchmesser von 35 Metern“, sagte Köberlein: „Das entspricht der Größe aller anderen außerörtlichen Kreisverkehre.“ Zum Vergleich nannte er einige innerstädtische Kreisel.

Die Plätze am Krankenhaus und am Friedhof hätten einen Durchmesser von 30 Metern, jene am Burgbergring und an der Frohsinnstraße seien 26 Meter groß. „Nichts sieht schlimmer aus als eine Straßenbaustelle, bevor sie ganz fertig ist“, gab Baubürgermeister Ralf Brettin zu bedenken und mahnte noch etwas Geduld bei einem endgültigen Urteil an.

Eine Entlastungsstraße für den Teilort Nußdorf war schon Bestandteil des Bebauungsplans Rengoldshauser Straße Süd, der im Jahr 1994 mit der Entwicklung des Bommer-Areals aufgestellt worden war. Die Verlegung des Anschlusses an die B 31 nach Westen war hier schon vorgesehen; als Alternativen für die Straßenplanung waren zunächst eine Anbindung mitten im Teilort, über einen Ausbau des Stichlings und die jetzige Lösung unter Nutzung des alten Firmenparkplatzes formuliert worden.

Nach öffentlichen Auslegungen der Planung in den Jahren 1995 und 1997 ruhte das Verfahren längere Zeit, zumal ein Weiterbau der B 31 und der neue Anschluss lange nicht in Sicht waren. Vor mehr als zehn Jahren hatte sich der Gemeinderat auf die aktuelle Variante festgelegt, da sie die stärkste Entlastung für Nußdorf und die vergleichsweise geringste Belastung für Anwohner versprach.

In den ersten Entwürfen war noch eine Unterführung vorgesehen, um den großen Diehl-Parkplatz, aber auch die landwirtschaftlichen Wege möglichst sicher und störungsfrei anzubringen. „Da wäre der Flächenverbrauch noch wesentlich höher gewesen“, sagt Helmut Köberlein. Später habe man deshalb den Kreisverkehr favorisiert. Um den Anforderungen des Berufsverkehrs und des landwirtschaftlichen Verkehrs allerdings gerecht zu werden, sei diese kreuzungsfreie Anbindung sinnvoll. In einem Gutachten des Verkehrsplaners sind für eine neuen Anbindung der B 31 rund 15 000 Fahrzeuge pro Tag prognostiziert worden.

„Die Überlinger lieben Kreisverkehre“, sagt der Nußdorfer Dieter Haug, selbst lange Jahre stellvertretender Leiter des Straßenbauamts, zum dann 15. Kreisel auf Überlinger Gemarkung. So ganz glücklich ist er allerdings nicht über die Streckenführung. „Der Buckel von unten hoch gefällt mir nicht so“, sagt Haug. Vor allem, da er inzwischen häufig mit dem Fahrrad unterwegs sei. Als Nußdorfer kann er sich das Rauf und Runter allerdings sparen.

Korrektur-Hinweis Korrektur-Hinweis melden Korrektur-Hinweis
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
 Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln

Jetzt Newsletter anfordern:
© SÜDKURIER GmbH 2014