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Überlingen Von der Unendlichkeit der Malerei

16.05.2009


Giorgio Gerke, freischaffender Künstler aus Espasingen, öffnet die Türen seiner Wirkungsstätte als Fotograf und Maler anlässlich der vom Verband Bildender Künstler (VBKW) landesweit veranstalteten „Tage des offenen Ateliers“ am 16. und 17. Mai jeweils von 15 bis 18 Uhr.

Der gebürtige, immens kreative Rheinländer arbeitet seit 40 Jahren als Maler und Kunstfotograf. Sein malerischer Schwerpunkt liegt in der Ölmalerei, wobei er bis zu 20 Schichten übereinander legt. Sein Thema, kosmische Bilder, befasst sich mit dem Begriff der Unendlichkeit in der Malerei. In seinen großformatigen Werken schweben Körper durch den freien Raum. Gleichzeitig schneiden sich Kraftlinien vor blauem Hintergrund und scheinen auf der Leinwand zusammen zu stoßen. „Das sind drei immer wiederkehrende Aspekte, die mir wichtig sind“, betont Giorgio Gerke im Gespräch mit dem SÜDKURIER.

Den Gegenpol zu seiner Malerei bildet die künstlerische Fotografie. „A portrait a day“ (jeden Tag ein Portrait) lautet hier das Motto des weltaufgeschlossenen, sehr warmherzigen Künstlers, dessen Frau als Lehrerin im Stockacher Nellenburg-Gymnasium arbeitet. Zwei bezaubernde Töchter komplettieren die sympathische Familie, die im von Gerke selbst gebauten Holzhaus in Espasingen wohnt. Im Rahmen seiner fotografischen Passion ist Giorgio Gerke viel unterwegs. Außergewöhnlich starke, ausdrucksintensive Portraits von enormer Dichte sind beispielsweise bei Zirkusleuten und Strandkorbbewohnern in Europa oder bei den Apachen in Whiteriver entstanden. Spannende Geschichten übermitteln darüber hinaus seine Portraits von Berühmtheiten wie Mario Adorf, Günter Grass oder Georg Baselitz.

Etliche der Exponate, die aktuell die Wände seines lichtdurchfluteten Ateliers in Espasingen zieren, wurden bereits im Photomuseum vom Münchner Stadtmuseum sowie in Galerien im In- und Ausland gezeigt. Giorgio Gerke, der über seine Bildende Kunst hinaus auch als Schriftsteller wirkt, veröffentlichte im Beltz-Verlag, bei Rowohlt, im Syndikat-Verlag und zahlreichen namhaften Kunst-Zeitschriften.

Die Balance in seiner Doppelexistenz als Fotograf und Maler, die ihn das Leben von zwei verschiedenen Standpunkten aus betrachten lässt, formuliert Giorgio Gerke auf seine Weise. „Während der Maler im schöpferischen Prozess ganz allein auf sich gestellt ist und sich in sein Atelier zurückzieht, sucht der Fotograf die Begegnung.“

Gabi Rieger

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