Mein

Überlingen Viele Hausaufgaben für die Feiertage

23.12.2011


Eine umfangreiche Präsentation von Verkehrsplaner Gericke brachte zwar wenig neue Erkenntnisse, dafür aber detaillierte und ausgearbeitete Begründungen.
Verkehrsplanung

Um den Weihnachtsfrieden hatte sich Stadtrat Ulrich Krezdorn vor einigen Wochen gesorgt – für den Fall, dass es noch vor dem Fest zu einer kontroversen Diskussion und einer Entscheidung über den künftigen Weg zur Verkehrsberuhigung kommen sollte. Der ist zwar auf den ersten Blick gewahrt, wenn man sich die konzentrierte Aufmerksamkeit vor Augen führt, mit der sowohl die Gemeinderatsrunde als auch das große Auditorium der Bürger den rund 90-minütigen Vortrag des Verkehrsplaners Frank Gericke vom Büro Modus Consult verfolgte.

Ausgehend von den Ergebnissen, Erkenntnissen und Wünschen der Bürgerbeteiligung hatte Gericke die wichtigsten Alternativen mit einigen Varianten durchgerechnet und eine Folgenabschätzung samt Nebenwirkungen für Kurgebiet und Wohngebiete vorgenommen.

Die resultierenden Empfehlungen waren zwar nicht ganz neu, aber detaillierter ausgearbeitet und begründet. Selbst einige weniger sinnvolle Varianten stellte der Planer, wie er sagte, ganz bewusst vor, um deren Untauglichkeit aufzuzeigen. Am Ende stand seine Empfehlung, sich als kurzfristige Maßnahme auf eine Fußgängerzone in der Christophstraße zu beschränken und mittelfristig nach Erweiterung der Parkplatzkapazität mit Installierung eines intelligenten Leitsystems die Innenstadt als Ganzes für den Durchgangsverkehr zu sperren; allerdings mit dem flankierenden Umbau der Straßen und der Schaffung von höherer Aufenthaltsqualität.

Doch die Diskussionen werden auch so an Weihnachten kaum verstummen. Zum einen hat Gericke dem Rat und den Bürgern mit seinem 74-seitigen Variantenkatalog einen ganzen Packen an Hausaufgaben aufgebürdet. Und die ersten Diskussionen mit dem Experten führte FDP-Stadtrat Ingo Wörner gleich draußen vor der Tür, während die Kollegen am Ratstisch schon in der Tagesordnung fortgefahren waren. Im Rahmen der Sitzung hatte sich Oberbürgermeisterin Sabine Becker gewünscht, auf umfangreiche Stellungnahmen zu verzichten und das ganze Infopaket erst einmal in Ruhe zu verdauen.

„Wir wollen nicht hetzen“, hatte Becker vorausgeschickt, nachdem die Analyse des Verkehrsplaners dem Gemeinderat erst am Vortag, teilweise erst kurz vor der Sitzung, zur Verfügung gestanden hatte. „Der Beratungsbedarf wird bei den Fraktionen und bei den Bürgergruppen noch groß sein“, betonte die Oberbürgermeisterin. Am 8. Februar sollen alle Beteiligten noch einmal Gelegenheit haben, gezielt Fragen zu stellen, ehe die Beratungen fortgesetzt werden.

Das Ei des Kolumbus konnte keiner von der Analyse erwarten. Als Aufgabe formulierte Frank Gericke, die Innenstadt zu beruhigen und aufzuwerten, Mehrbelastungen in Wohnquartieren zu vermeiden und insbesondere eine „Verkehrsgerechtigkeit zwischen Aufkircher Straße und Zahnstraße“ zu erzielen. Aufhebung und Umkehrung von Einbahnrichtungen hatte der Planer durchgerechnet. Doch als Optimum für beide Bereiche kam unabhängig von der Innenstadt die Beibehaltung der aktuellen Struktur heraus.

Eine komplette Fußgängerzone sei in der Innenstadt erst mittelfristig zu empfehlen. Als wichtige Voraussetzungen nannte Gericke das viel beschworene intelligente Verkehrsleitsystem, eine Erhöhung der Parkplatzkapazitäten und eine Aufwertung der Aufenthaltsqualität für Fußgänger. In seiner Sammlung rangiert dies als Planfall 4d. Als Erfolg versprechendste Lösung für eine kurzfristige Verbesserung, weil mit den ausgewogensten Verlagerungen verbunden, zählte mit dem Planfall 5a auch nach den neuesten Analyse die Grundstruktur, die der Verkehrsplaner schon bei einer Bürgerversammlung im November 2005 herausgearbeitet hatte. Auf den Begriff „T-Lösung“ verzichtete Gericke allerdings ganz, nachdem er vor exakt sechs Jahren schon vergeblich geraten hatte, „mit diesem Modell anzufangen“.

--- fehlende nahversorgung oben am berg --
lieber bc-ueb, ich versuche es noch einmal mit der geduld eines dorfschullehrers zu erklären ...
@arrow - warum mit Auto?
Zugegeben, ich wohne nicht so weit draußen wie der Schättlisberg, aber ich habe kein Auto und ...
Erneut am Ziel vorbeigeschossen!
Ich frage mich, was der „wirkliche“ Inhalt bzw. das Ziel der Beauftragung gewesen ist?
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln