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Überlingen Verdacht auf vergiftete Hundeköder

Eine Hundebesitzerin hat ihren Labrador in letzter Sekunde gerettet. Er hatte einen wohl mit einer giftigen Substanz präparierten Meisenknödel gefressen. Katja Korherr war durch einen SÜDKURIER-Artikel gewarnt. Nun ermittelt die Polizei

Anton hatte Glück. Ein paar Zufälle und der SÜDKURIER retteten dem siebenjährigen Labrador vermutlich das Leben. Entgegen ihrer Gewohnheiten las sein Frauchen Katja Korherr morgens statt abends die Zeitung, weil gerade Schulferien waren. An diesem Tag entdeckte sie die Geschichte über den Hund, der einen Köder gefressen hatte, der aussah wie ein Meisenknödel, und an den Folgen des vermutlich vergifteten Vogelfutters gestorben war.

Als sie mit der Lektüre fertig war, schnappte sie sich Leine und Hund und ging mit ihm spazieren. Dabei sah sie wenig später, wie ihr Anton unterhalb von St. Leonhard einen Meisenknödel fraß. „An dem Tag hatte es geregnet. Der Knödel sah ganz frisch aus, es war keiner vom Winter. Das fand ich sehr merkwürdig“, sagte die Hundehalterin und erinnerte sich an den Zeitungsartikel. Sofort fuhr sie mit ihrem Vierbeiner zum Tierarzt und teilte ihm ihren Verdacht mit. Der Veterinär gab ihm eine Spritze, sodass Anton den Mageninhalt erbrach. Der Meisenknödel kam an einem Stück heraus, der Hund zeigte keine Folgen einer Vergiftung. Die Kinder von Katja Korherr, die mit ihrem vierbeinigen Freund mitgezittert hatten, waren glücklich, dass nichts passiert ist.

Veterinäramt untersucht verdächtigen Knödel

Katja Korherr meldete den Vorfall der Polizei und teilte ihr den Verdacht mit. Zwischenzeitlich hatte laut Korherr noch eine weitere Hundebesitzerin, der dasselbe mit ihrem Golden Retriever passiert war, Anzeige erstattet. Daraufhin holten Beamten den Knödel bei Katja Korherr ab, um ihn untersuchen zu lassen und dem Verdacht, es handele sich um einen vergifteten Köder, nachzugehen.

Der Knödel liegt mittlerweile beim Veterinäramt in Freiburg vor. Die Untersuchung ist im Gange, aber es gibt noch kein Ergebnis, so Polizeipressesprecher Wolfgang Hoffmann von der Polizeidirektion Friedrichshafen: „Die Untersuchungen sind sehr kompliziert und umfangreich, das kann durchaus noch ein paar Wochen dauern.“ Denn man wisse nicht, nach welchem Stoff man suchen müsse, ob nach Rattengift oder nach etwas anderem.

Im rechtlichen Sinn ist ein Tier eine Sache

Sei der Verdacht bestätigt, fände man Gift oder etwas Ähnliches, wird das eine Anzeige gegen Unbekannt wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz nach sich ziehen. Der Fall wird von der Polizeihundeführerstaffel Markdorf bearbeitet. „Die Kollegen sagen, dass Hunde tatsächlich solche Meisenknödel fressen. In vielen Problemen bekommen die Vierbeiner dann Probleme, weil das für den Hundemagen schwer verdaulich ist, unabhängig davon, ob dem Knödel etwas zugefügt wurde“, sagt Hoffmann, der bisher nur von einem vergifteten Fleischköder in einer anderen Stadt weiß und dass ein Kollege privat einen weiteren Hinweis auf einen derartigen Vorfall bekommen hatte.



Im rechtlichen Sinn ist ein Tier eine Sache, deswegen können die Kosten für einen Hund zivilrechtlich eingeklagt werden, so Hoffmann auf Nachfrage. Hier komme aber der Tierschutz zum Tragen, denn die Lebewesen dürften nicht ohne nachvollziehbaren Grund getötet werden. „Das sind Straftaten wie Diebstahl oder Körperverletzung.“
Jetzt heißt es erst einmal die Ergebnisse abzuwarten und für alle Hundebesitzer Vorsicht walten zu lassen. Sie sollten ihren Hund beim Spaziergang aufmerksam beobachten.

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