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Überlingen Tierschützern dreht sich der Magen um

29.10.2008
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Taucher aus München protestieren gegen den Wirt eines Überlinger Asia-Restaurants, der Haifischflossensuppe auf seiner Speisekarte führt. „Wenn die Kunden es bestellen, biete ich es an“, rechtfertigt sich der Koch.
Umfrage bei Überlingern: Geteilte Meinung

Die Mitglieder eines Münchner Tauchsportclubs haben gut gespeist, als sie nach einem Tauchgang im Bodensee ins Überlinger Restaurant „Tai Hua“ einkehrten. Im übertragenen Sinn lag ihnen die Speisekarte aber schwer im Magen. „Mit Schrecken haben wir festgestellt, dass hier Haifischflossensuppe angeboten wird“, sagt Eva Schmied vom „TSC Poseidon“. „Die angebliche Wirkung dieses völlig geschmacklosen Knorpels - da könnte man genausogut ein Schweinsohr kochen – basiert auf Aberglauben. Außerdem besteht die Fangmethode darin, dass den Haien bei lebendigem Leib die Flossen abgetrennt werden und die Kadaver wieder zurück ins Meer geworfen werden.“ Ihnen gehe es mit ihrem Gang an die Öffentlichkeit nicht darum, das Restaurant zu diffamieren, meint Eva Schmied. Sondern alleine darum, über die Methoden des „Shark Finnings“ aufzuklären. Vergleichbar ginge man mit Nashörnern um. „Denen werden, weil geriebenes Horn des Nashorns für potenzsteigernd gehalten wird, die Hörner abgeschnitten. Über solchen Blödsinn muss aufgeklärt werden.“ Als Mitglieder des Tauchclubs würden sie stets auch versuchen, sich in Belangen des Umwelt- und Tierschutzes einzusetzen.

„In Asien ist Haifischflossen-Suppe eine Delikatesse“, antwortet Nghia Lam, Geschäftsführer des „Tai Hua“ auf Anfrage des SÜDKURIER. Ja, dass Taucher bei ihm im Restaurant ihre Bedenken äußerten, habe er mitbekommen. So lange es aber nicht verboten ist und eine entsprechende Nachfrage vorhanden ist, so lange werde er auch Haifischflossensuppe kochen. „Ich bin Geschäftsmann.“ Man müsse auch bedenken, dass Haie in Asien gefangen werden, weil sie andere Fische fressen und so den Fischern die Lebensgrundlage entzögen. Nghia Lam: „Das muss auch jemand machen, damit die Natur im Gleichgewicht bleibt.“

Mit den Antworten des Wirts konfrontiert, sagte die Taucherin aus München: „Haie sind Räuber, ja, aber sie sind auch die so genannte Meerespolizei, sind Aasfresser, sie fressen alte und kranke, verletzte Tiere und sind damit wichtig für das ökologische Gleichgewicht. Viele Haiarten sind bereits vom Aussterben bedroht.“

Der Blick auf die Speisekarte eines anderen Überlinger Asia-Restaurant zeigt übrigens, dass dort kein Hai angeboten wird. Erstens seien echte Haifischflossen so teuer, dass sich der Einsatz wirtschaftlich kaum lohne, sagt der Wirt, der namentlich in der Zeitung nicht genannt werden möchte. Zweitens biete er aus Gründen des Tierschutzes keine an. (shi)

Aktueller Film zum Thema:

www.sharkwater.de

Überlingen
Seit Jahrzehnten werden Haie
in allen Weltmeeren erbarmungslos verfolgt. Sie werden mit so genannten Langleinen gefangen, ...
Niemand kann das Gegenteil beweisen
Ob die Fangmethoden so praktiziert werden ist dahingestellt, wir wissen es nicht.
Ach ja?
Von unbekannt
"Ihnen gehe es mit ihrem Gang an die Öffentlichkeit nicht darum, das Restaurant zu ...
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