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Überlingen Thema Haisuppe ist gegessen

20.12.2008
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Der Protest der Taucher wirkte: Nach der Berichterstattung im SÜDKURIER über den Verkauf von Haifischflossensuppe in einem Überlinger Asia-Restaurant nahm der Wirt die Suppe von der Speisekarte - aus Einsicht und dem Tierschutz zuliebe.

Für sich persönlich, sagt Nghia Lam, findet er es schade. „Ich habe immer gerne Haifischflossensuppe gegessen“, sagt der Koch des Überlinger Asia-Restaurants „Tai Hua“. Der 41-Jährige reagiert dennoch auf den Protest von Tierschützern, die den Verzehr von Haifischflossen als gewichtigen Grund für das Aussterben zahlreicher Haie anprangerten. Er nimmt die Suppe von der Speisekarte und verweist nun auf andere Angebote.

Taucher aus München, die nach einem Bodensee-Tauchgang im „Tai Hua“ einkehrten, wiesen darauf hin, dass Haie nur wegen ihrer Flossen getötet würden. Auf Fangflotten schneide man den Tieren lediglich die Flossen ab und werfe die noch lebenden Kadaver – Haifleisch selbst hat einen geringen Wert – zurück ins Meer. Als die Taucher bei ihrem Besuch im „Tai Hua“ offenbar auf wenig Verständnis des Wirts stießen, wandten sie sich über den SÜDKURIER an die Öffentlichkeit. Zunächst änderte das jedoch nichts. Denn im Gespräch, das die Redaktion mit Nghia Lam im Oktober führte, sagte der aus Vietnam stammende Geschäftsführer, dass er die Haifischflossensuppe so lange auf der Speisekarte lasse, so lange sie nicht verboten wird und die Kunden danach fragen.

Mittlerweile setzte ein Sinneswandel bei ihm ein. Stammgäste hätten ihn darauf angesprochen. Und er habe sich darüber informiert, wie Haie gefangen werden. „Ich weiß jetzt, dass die Haie vom Aussterben bedroht sind. Ich habe es mir deshalb anders überlegt und werde die Suppe nicht mehr verkaufen – aus Liebe zu den Tieren.“ Er betont: „Das kommt von Herzen.“ Seine Meinungsänderung habe keine wirtschaftlichen Gründe.

„Wir freuen uns sehr, dass man als aufgeklärter und mündiger Mensch mit etwas Zivilcourage etwas bewirken kann“, sagt Eva Schmied vom Münchner Tauchclub Poseidon, die die Diskussion um die Suppen in Überlingen angestoßen hatte. „Es ist sehr erfreulich, dass man als aufgeklärter und bewusster Konsument durch seine Nachfrage – oder eben Nicht-Nachfrage – doch noch etwas Gutes bewirken kann.“

Schmied verweist auf eine Nordatlantik-Studie der Dalhousie Universität, Halifax, wonach in den vergangenen sechs Jahren durchschnittlich 80 Prozent aller Hochseehaie dezimiert wurden. Die niedrige Vermehrungsrate der Haie, „kombiniert mit dem immensen Fangdruck der Fischereiindustrie“, lasse den Beständen keine Chance mehr zur Regeneration. „Geschätzte 200 Millionen Haie werden weltweit jährlich getötet.“

Die Vorgeschichte: Tierschützern dreht sich der Magen um
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