Überlingen Taucher kämpft mit Atemproblemen im zwei Grad kalten Wasser
22.12.2009
Überlingen (shi) Dieser Unfall im Bodensee vor Überlingen hätte auch tödlich oder mit sehr schweren Verletzungen enden können. Ein 49-Jähriger hatte in 43 Metern Tiefe mit Atemnot zu kämpfen. Wieder einmal zahlte sich aus, dass die Druckkammer des Badischen Tauchsportverbands direkt im Krankenhaus Überlingen stationiert ist.
Wie die Polizei gestern mitteilt, waren am Sonntag gegen 11.45 Uhr vor Überlingen zwei Männer im Alter von 30 und 49 Jahren im Bereich der Minigolfanlage in den Bodensee abgetaucht. Auf einer Tiefe von 43 Metern geriet der ältere der beiden in dem rund zwei Grad Celsius kalten Wasser aus noch nicht bekannten Gründen in Atemnot.
Mit Hilfe des Reservelungenautomaten tauchten beide Männer zunächst auf 35 Meter auf, leiteten dann jedoch einen Notaufstieg ein, da sich die Atemprobleme des 49-Jährigen verschlimmerten. Der Mann wurde an dem steil abfallenden Ufer von der Freiwilligen Feuerwehr Überlingen an Land gebracht und nach Erstversorgung mit einem Rettungswagen in das Krankenhaus Überlingen eingeliefert. Dort konnte er am späten Sonntagnachmittag wieder entlassen werden, teilt die Polizei mit. Die weiteren Ermittlungen zur Unfallursache hat die Wasserschutzpolizei Überlingen übernommen.
Experten schätzen die Zahl an Tauchgängen alleine im Überlinger See auf rund 70 000 im Jahr. Die Taucher reizt dabei der steile Geländeabfall in große Tiefe, das poröse Gestein mit zahlreichen Ausbuchtungen. Im April starb bei einem Tauchunfall vor Überlingen eine 46-jährige Frau. Im September passierte ein weiterer Unfall, der aber dank der koordinierten Unterstützung von Ersthelfern und Profis glimpflich endete.
