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Überlingen Suche nach neuen Heimat-Perspektiven

Deutsche Sektion der „World Citizens“ veranstaltet anspruchsvolle Tagung in Überlingen

Überlingen (hpw) „Wie viel Heimat braucht der Mensch?“ Diese Fragestellung steht bei der deutschen Sektion der Vereinigung der Weltbürger (Association of World Citizens, AWC) über der Agenda ihrer Herbsttagung, die am 17./18. September in Überlingen stattfinden wird. Der regionalen Identität mit ihren Wurzeln in einer räumlich begrenzten Heimat eine globale Perspektive zu geben und die Mitmenschen über den wirtschaftlichen Fokus hinaus wahrzunehmen, ist ein essentielles Ziel der Vereinigung. „Das Thema liegt in der Luft, da noch nie zuvor Menschen aus verschiedenen Kulturen an vielen Plätzen der Erde so eng miteinander leben konnten und mussten“, heißt es im Programm. 0Was die Heimat für die Menschen bedeute, welche Heimatbegriffe sie mit sich tragen, ob und wie diese Begriffe und Vorstellungen ihr Leben bestimmen und begleiten – all das soll in Überlingen wissenschaftlich fundiert untersucht und praktisch veranschaulicht werden. Auftakt ist ein einführender Vortrag des Ethnologen Christoph Antweiler von der Universität Bonn zum Leitthema. „Heimat Mensch“ lautet der Titel seines aktuellen Buches, in dem sich der Wissenschaftler nach Gemeinsamkeiten sucht, die trotz ihrer Einzigartigkeit alle menschlichen Kulturen rund um den Globus verbindet. Diesen Fokus wird Antweiler auch bei seinem Vortrag im Saal des evangelischen Gemeindehauses beleuchten (20 Uhr).

Sehr spannend zu werden verspricht auch ein „Podiumsgespräch mit fremden Vertrauten“ am Vormittag des 18. September im Konferenzraum des Überlinger Torhauses (beim Parkhaus West). Unter der Leitung des Sozialwissenschaftlers Rainer Fretschner von der FH Kiel werden sich vier Teilnehmer mit dem Thema „Meine Heimat – deine Heimat“ befassen: Benjamin Beucker – in Indien geboren, in Überlingen Abitur und jetzt Studienrat in Kempten –, Adil Asfor – Iraker mit Ingenieursstudium in Deutschland und England –, Roger Luamazi-Kitomba – Ökonomie-Studium in Kinshasa (Kongo) und in einer christlichen Gemeinschaft in Friedrichshafen engagiert – und Roberto Salerno, Sohn einer der ersten Gastarbeiterfamilien und seit 2009 Kreisrat für die „Linke“. Salerno schmerzt es, dass seine Eltern nach vielen Jahrzehnten in der Region als Rentner wieder nach Italien zurück gegangen sind. Beginn des Podiums ist um 9.30 Uhr.

Eine psychotherapeutische Annäherung an den Begriff „Heimat“ versucht der Mediziner und Diplom-Psychologe Roland Heinzel aus Steißlingen in der dritten Veranstaltung, die um 14.30 Uhr beginnt. „Geborgenheit im Ungewissen?“ hat der Facharzt für Neurologie und Psychotherapie seinen Beitrag fragend überschrieben. Organisiert haben die anspruchsvolle Tagung Ingrid und Klaus Schittich aus Owingen, die auch die deutsche Sektionen der World Citizens vor vier Jahren ins Leben gerufen haben. „Wir freuen uns, dass wir so hochkarätige Referenten für die Tagung gewinnen konnten“, sagen sie: „Damit wollen wir auch einen Beitrag zum kulturellen Leben in der Region leisten.“

Die Tagung ist öffentlich, Gäste sind willkommen, ein fester Beitrag wird nicht erhoben. Kostenbeiträge werden erbeten. Interessenten können sich im Internet über www.worldcitizens.de anmelden

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