Mein

Überlingen "Stehsegeln" wurde zur Droge

18.06.2007
Schlagwörter


Besser hätten die Bedingungen nicht sein können, sowohl für die fröhliche Feier des 30-jährigen Bestehens des Windsurfclubs Überlingen als auch für die sportlichen Wettkämpfe auf dem Wasser. Sonne und Wind begleiteten die Regatten, das Jubiläum und die offizielle Einweihung des Clubhauses.

Überlingen - Waren die letzten Vorbereitungen am Samstagmorgen noch von Regen begleitet, so kam pünktlich zum Start der ersten Wettfahrt nicht nur die Sonne, sondern - was für die Surfer noch viel wichtiger ist - eine kräftige Brise über dem See auf, die draußen bisweilen drei bis vier Beaufort erreichte. Gute Bedingungen für die rund 40 Starter, die um den Überlinger Windsurfcup und die Internationale Bodenseemeisterschaft kämpften. Ein Gewirr an bunten Surfsegeln beherrschte den ganzen Nachmittag das Bild vor dem Nußdorfer Clubgelände.

Lange vor der Clubgründung war Überlingen nicht nur die Wiege des Windsurfens am See. Der Überlinger Windsurfcup, der am Wochenende schon zum 34. Mal ausgetragen wurde, zählte auch bundesweit zu den ersten Veranstaltungen dieser Art, wie am Abend beim kurzweiligen Rückblick auf die Geschichte deutlich wurde. Tilo Schnekenburger holte in den 70er Jahren deutsche und internationale Meisterschaften, war bei Weltmeisterschaften auf den Bahamas und in Schweden dabei und der Überlinger Peter Kleinwächter galt schon zuvor als einer der ersten Windsurflehrer der Welt.

Unkompliziert und unterhaltsam war auch der offizielle kleine Festakt, zu dem die Vorsitzenden Heike Sommer und Martin Peiler im neu geschaffenen Clubhaus auf dem Nußdorfer Gelände auch Oberbürgermeister Volkmar Weber, Ortsvorsteher Rudolf Beck und einige Gemeinderäte begrüßen konnten. Darunter waren mit Peter Tröger von der Seglergemeinschaft (SGÜ), Gabriele Kromer-Schaal vom Segel- und Motobootclub (SMCÜ) und Erich Frieling vom Bodensee-Yachtclub (BYCÜ) auch Vertreter aller partnerschaftlich verbundenen Überlinger Wassersportvereine.

Zahlreiche Anekdoten und optische Reminiszenzen erinnerten an die Entstehung und Geschichte der Windsurfclubs. Immerhin fünf Gründungsmitglieder waren mit Georg Weigand, Horst Schulze, Siegfried Haitz, Verena Schnekenburger und Tilo Schnekenburger ebenfalls präsent. Noch zur Prähistorie des Clubs gehörte es, als 1971 die ersten "Stehsegler" auf dem See für viele noch wie eine Fata Morgana wirkten, wie Tilo Schnekenburger berichtete. Doch nach den ersten gelungenen Manövern sei das völlig neue Gleitgefühl schneller als erwartet zu einer "Droge" geworden. Mit etablierten Clubs hatten die Windsurfer in den ersten Jahren allerdings überhaupt nichts am Hut. "Wir trafen uns immer am ersten Freitag nach Vollmond im Faulen Pelz'", erinnerte sich Schnekenburger, der mit Geräten und Bildern den Wandel des Sports deutlich machte.

Als 1977 plötzlich die Gründung eines Vereins ruchbar wurde, fühlten sich allerdings auch die Pioniere gefordert und mussten mit dabei sein. Eine gewisse erfrischende Unbekümmertheit hat sich der Club bewahren können. Als "funktionierendes Chaos" mit "flacher Hierarchie" charakterisierte der einstige Wegbereiter das Leitbild des Windsurfclubs auch heute noch. Schnekenburger würdigte das Engagement einiger Motoren des Clubs. Als langjähriger Vorsitzender und erster Obmann im Landesseglerverband habe Robert Dreher die Integration voran getrieben: "Ohne ihn würde es den Club heute wohl nicht mehr geben." Claus Schnitzer habe die Idee zum Clubhaus einst geboren, die amtierende Vorsitzende Heike Sommer hat sie in den letzten Jahren umgesetzt, mit der Unterstützung der Mitglieder, die weit über 1500 ehrenamtliche Arbeitsstunden beigetragen haben.

Bildergalerie im Internet:

www.suedkurier.de

zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln